1. Korinther 2, 1-10 Gottes Weisheit und Kraft

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Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Kassel-Mönchebergstraße
Norbert Giebel, 11.8.2019

1. Korinther 2, 1-10  Gottes Weisheit und Gottes Kraft

Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu predigen. Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, ihn, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft, auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft. Von Weisheit reden wir aber unter den Vollkommenen; doch nicht von einer Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, die vergehen. Sondern wir reden von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit, die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. Sondern wir reden, wie geschrieben steht (Jesaja 64,3): »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.« Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.

Um Weisheit geht es Paulus, um Kraft und darum wie Gottes Geist wirkt. Und um unsere Berufung in aller Schwachheit geht es.

Paulus hatte die Gemeinde in Korinth gegründet. Anderthalb Jahre war er dort. Von Herbst 50 bis zum Frühjahr des Jahres 52. Vier Jahre ist das her. Seinen ersten Brief an die Korinther schreibt Paulus aus Ephesus. Sie sind in Kontakt geblieben. Die Gemeinde hat sich entwickelt und Paulus hat aktuelle Informationen: Es gibt Spaltungen in der Gemeinde. Und dabei geht es um Weisheit, menschliche Erkenntnisse, um Kraft und Ausstrahlung von einzelnen Personen. Es gibt Parteiungen in der Gemeinde. Die Christen scharen sich um ihre Idole.

Da gibt es die Gruppe des Apollos. Ein hoch gebildeter Grieche aus Alexandria, Nordafrika. Er hat an einer der berühmtesten Hochschulen der Antike studiert. An der Alexandrina. Er ist in der Welt der Philosophie zuhause. Über jedes Thema kann er glänzend referieren. Ein Mann von Welt. Mit Ausstrahlung. Und er hatte seine Fans.

Dann die Gruppe des Petrus. Christen aus dem Judentum. Sie hielten die Gebote hoch, die Ordnungen, das alltägliche Leben. Sie hatten auf alles eine Antwort: Wie man Feste richtig feiert, was man essen darf, wie man sich kleidet, wie man mit Frau und Kind und Freund und Fremden umzugehen hatte. Sie traten stark auf. Sie hatten die Tradition auf ihrer Seite.

Immer wieder kommt es vor bei Christen der unterschiedlichsten Prägung, dass sie ihre Stars haben. „Hast du schon die neue Predigt von Pastor xy aus Ohio gehört? Darfst du dir nicht entgehen lassen. Der bringt es auf den Punkt.“ „Hast du schon das neue Buch von Pastorin xy gelesen? Die hat es wirklich verstanden. „Alle anderen Christen sind doch Anfänger, Uneingeweihte, Kleingeister im Vergleich zu Pastor z aus Tokio.“

In Korinth nannte sich eine Gruppe, die sich „die des Christus“. Paulus zählt die Gruppen im 1. Kapitel des Briefes auf. Vielleicht haben „die des Christus“ die Herrschaft Gottes besonders betont. Christus ist ja der Herrschertitel Jesu. Alles ist möglich, dem der glaubt. Nicht wenige in Korinth hatten besondere geistliche Erfahrungen gemacht. Sie redeten in anderen Sprachen, himmlischen Sprachen. Viele hatten eine prophetische Gabe bekommen. Heilungen wurden erlebt. – Jesus ist der Herr. Punkt. „Alles ist ihm und uns möglich. Wir haben den Sieg. Wir sind eingesetzt mit ihm zu herrschen.“

Und es gibt Leute, die nennen sich „die des Paulus“. Paulus fröstelt es. Ihm wird schlecht bei diesem Gedanken. Er will keine Fans. Er will Jesusnachfolger. Sogar beim Taufen hat er sich zurückgehgalten. Er hat selber nicht getauft, damit nur niemand ihn für so wichtig hält oder stolz ist, von ihm getauft worden zu sein. Es geht um Jesus. Nicht um Menschen, nicht um Paulus.

Das Thema Weisheit spielt eine Rolle in den Konflikten und das Thema Kraft und Ausstrahlung. Gleich im 1. Kapitel schreibt Paulus über die Weisheit und er unterscheidet zweierlei Weisheit: Die Weisheit der Welt und die Weisheit Gottes. „Das Wort von Kreuz ist eine Torheit“, sagt er. Da kommt man nicht drauf durch Philosophie. Die Juden wollen Zeichen sehen, Wunder, sagt Paulus ganz pauschal. Das Kreuz ist ein Skandal in ihren Augen. Die Griechen wollen etwas zum Denken haben. Es muss alles logisch sein. Nur was man denken kann ist auch real.

Die Weisheit Gottes aber macht die Weisheit der Welt zunichte. „Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen der Welt?“ fragt Paulus vor unserem Predigttext. Gott hat in seiner Weisheit einen Weg gewählt, den keine menschliche Vernunft fassen kann. Das Kreuz ist keine Weisheit vor dieser Welt, sondern eine Torheit.

Gott ist Mensch geworden in seinem Sohn. Gott hat in Jesus für uns gelitten am Kreuz. Das kann man nicht mit dem Verstand fassen! Das zeigt uns, das offenbart uns allein der Heilige Geist. Er gibt Zeugnis unserem Geist. Und dann wissen wir es! Ganz gewiss! Und der Welt bleibt es eine Dummheit!

Das 1. Kapitel schließt Paulus mit einem großen Satz, der manchem Theologen zum Kernsatz ihrer Theologie geworden ist: „Durch Gott aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung. (...) Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn!“

Dann kommt unser Predigttext: In drei Richtungen führt Paulus seine Gedanken weiter:
1. Paulus hat niemanden überredet! 2 Paulus hat nur den Gekreuzigten gepredigt. 3. Paulus dient Gott in aller Schwäche.

1. Paulus hat niemanden überredet.

So auch ich ....“ schreibt Paulus (Vers 1) „Das, was ich gerade geschrieben habe, das habt ihr auch an mir gesehen. Das habt ihr bei mir erlebt: Ich kam nicht mit hohen Worten und hoher Weisheit. Wie seid ihr zum Glauben gekommen? Doch nicht, weil ich die besseren Argumente hatte! Auch nicht, indem ich euch gezeigt habe, wie gebildet ich bin!“ Gottes Geist hat euch überführt.

Paulus war ein gebildeter Jude. Er hatte bei Gamaliel studiert. Wikipedia nennt Gamaliel „die bedeutendste Persönlichkeit des rabbinischen Judentums um die Mitte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts“. Paulus war ein angesehener Pharisäer und Lehrer. Aber nie hat er damit kokettiert. Nie hat er es erwähnt, um seine Autorität damit zu unterstreichen. Seine Weisheit, seine Kraft, seine Autorität ist Christus allein.

Der Glaube an Gott ist nicht unvernünftig, aber übervernünftig. Mit menschlicher Weisheit kann man sich dem Geheimnis Gottes nicht nähern. Zwei Mal schreibt Paulus hier vom Geheimnis Gottes. Mystärion steht da im Griechischen. Ein Mystärion ist etwas, das man mit dem Verstand nicht fassen kann, das man aber erleben kann. Wahre Liebe ist auch ein Mystärion. Diese Art von Geheimnis kann man nie auflösen. Man versteht es nie ganz. Es bleibt etwas Verborgenes und doch kann man Erfahrungen damit machen. Gott ist kein Rätsel, das man lösen kann.

Auch der Heilige Geist offenbart uns Gott nicht so, dass wir ihn jetzt verstehen und in alle Geheimnisse eingeweiht würden. Der Heilige Geist lässt ihn uns als unseren Vater erkennen. Der Heilige Geist schenkt uns Vertrauen, Glaube, Hoffnung. Der Heilige Geist lässt und Jesus erkennen. Gott hat das für uns Entscheidende von sich gezeigt. Und doch bleibt er ein Geheimnis! – Wer meint, Gott im Griff zu haben, Gott verstanden zu haben, macht einen Götzen aus ihm. Der formt ihn nach seiner eigenen Erkenntnis, vielleicht nach seinen eigenen Bedürfnissen. Der hat Gott sicher in der Tasche. Aber nur Götzen kann man in der Tasche haben.

Paulus nicht schlau getan und schlau geredet. Niemand soll seinen Glauben auf Menschenweisheit gründen. Gottes Weisheit erkennt man nur in Jesus, und zwar in dem Gekreuzigten.

2. Paulus hat nur den Gekreuzigten gepredigt.

Wer Gottes Geheimnis sucht, der muss nicht das All erforschen, der muss nicht in den Himmel fahren oder Philosophie studieren. Wer den lebendigen Gott sucht, kann ihn nur in dem Gekreuzigten finden. Alles andere bleiben nur „Ideen von Gott“. Anderthalb Jahre war Paulus in Korinth, und er hat nur den Gekreuzigten gepredigt. Nicht wie man Gemeinde leitet,  nicht wie die Welt erschaffen wurde, nicht wie man sich gut ernährt, keine Ratschläge fürs Leben. Das kann alles wichtig sein. Aber das Kreuz ist die Mitte, die in alle Bereiche ausstrahlt. Da erkennen wir Gott und auch was Nachfolge bedeutet.          Christen sind keine Helden, sondern Kreuzesnachfolger.

Das Kreuz lehrt Demut. Demut vor Gott und untereinander. Keiner steht über dem anderen. Das Kreuz ist das Pluszeichen zwischen allen Christen: Es verbindet uns mit Gott und untereinander. Denen, die unter dem Kreuz stehen sagt Jesus „Das ist dein Bruder!“, „Das ist deine Schwester“, „das ist dein Sohn“, „das ist deine Mutter“. Juden und Griechen stehen da, Alte und Junge, Traditionalisten und Experimentelle, Kluge, Starke, weniger Kluge und Schwache. Und Jesus verbindet sie, verpflichtet sie füreinander. Durch Glaube und Taufe werden sie sein Leib, wie Paulus später schreibt.

Nicht eine besondere Erkenntnis oder Tradition verbindet uns, sondern Christus, der Gekreuzigte. Christen sind keine optimale, keine optimierte Ausgabe des Menschen. Sie sind Menschen. „Ihr habt nicht viele Weise unter euch!“ schreibt Paulus im 1. Kapitel. – Was soll das ganze Parteiendenken?  Was schmückt ihr euch mit eurer Erkenntnis und überhebt euch über andere? Und ihr Alles-Richtig-Macher, was schüttelt ihr den Kopf über andere, die es anders sehen oder anders machen? Unter dem Kreuz kann man nicht erscheinen und auf andere mit dem Finger zeigen. Wer ohne Demut unter dem Kreuz steht, der hat die Liebe und      Größe und Gnade des Gekreuzigten noch nicht in seinem Herzen. Der braucht noch ein neues Herz.

Beim Gekreuzigten geht es aber nicht nur um Gnade und Vergebung. Das ist die Mitte. Das ist der Anfang. Das ist die Basis. Da kommen wir auch nie drüber hinaus. Christus ist uns auch gemacht zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung. (1. Kor 1,30) Wir sollen gerecht leben lernen. Unser Leben soll mehr und mehr Gott gehören, ihm unterstellt werden. Wir sollen frei werden von Bindungen in dieser Welt. Frei von unserem Stolz. Frei von unserem Geiz. Frei von unserer Selbstbehauptung. Wir sollen Jesus Christus mit unserem Mund bekennen. Wir sollen Gottes Liebe leben. Aber die Wurzel, aus der alles andere wächst, ist das Kreuz. Jesus, und zwar der Gekreuzigte, er will in alle diese Bereiche ausstrahlen.

Vielleicht hat Paulus viele dieser Themen in Predigten aufgegriffen. Aber er kann alle seine Predigten in Korinth damit zusammenfassen: Ich wollte nichts unter euch wissen als Jesus Christus, und zwar den Gekreuzigten. (Vielleicht auch denen gegenüber die nichts anderes wissen wollten als Jesus den Auferstanden, den Weltenherrscher, den strahlenden König.)

Warum ist es auch für uns wichtig den Gekreuzigten zu predigen?

1. Weil die Sünde das Hauptproblem zwischen Gott und Menschen ist. Darum musste Jesus leiden. – Und umgekehrt ist darum die Gnade die größte Kraft des Evangeliums

Warum müssen wir auch zuallererst vom Gekreuzigten reden?

2. Weil es niemand sonst tut als wir Christen. Gottes ganze Weisheit zeigt sich im Kreuz. Wir können so viel anderes Wichtiges und Richtiges auch als Christen sagen. Aber niemand wird es für uns tun, von Jesus als dem Gekreuzigten zu reden und was er für diese Welt bedeutet.

Warum ist es auch für uns so wichtig, vom Gekreuzigten zu reden?

3. Weil wir unser Kreuz auf uns nehmen sollen. Das ist die Forderung Jesu. Wer sein eigenes Kreuz nicht auf sich nehmen will, der ist seiner nicht wert, sagt Jesus.

Das Leben ist kein Zuckerschlecken. Ohnehin nicht.
Das Leben ist kein Ponyhof. Und es ist es noch weniger, wenn wir Jesus nachfolgen. Das muss gepredigt werden!!!

Das Leben mit Jesus ist nicht die Sahne auf unseren Kuchen. Keine Verzierung. Es ist ein neuer Kuchen. Jesus braucht keine Fans, keinen Jesus-Club, keine Bewunderer. Jesus sucht Nachfolger, Jünger, Menschen, die von ihm leben lernen wollen, in der Weisheit Gottes zu leben, die in den Augen dieser Welt oft wie Torheit aussieht.

Was ich über Gottes Weisheit und Kraft gesagt habe, das könnt ihr an mir sehen:

3. Paulus dient Gott in aller Schwäche

Paulus ist kein guter Redner. Er ist niemand, der vor Selbstbewusstsein strotzt. Er erinnert an seine Zeit in Korinth. „Wie habt ihr mich da erlebt? In großer Schwachheit war ich bei euch. Ich hatte Angst. Ich habe gezittert vor und während mancher Predigt.

Vielleicht kam das Zittern von seinem Parkinson. Dann hat er nicht nur aus Angst gezittert, sondern konnte seine Glieder einfach nicht ruhig halten. Schreiben kann Paulus schon lange nicht mehr. Seinen Brief an die Galater, einer seiner ganz frühen Briefe, schließt er mit einem persönlichen Gruß: „Seht, ich schreibe euch jetzt mit meiner eignen Hand; das ist meine Schrift!“ (Gal 6,10)

Vielleicht hat Paulus manchmal so kompliziert und schwer verständlich gepredigt, wie er geschrieben hat. Petrus schreibt es später, dass manches in seinen Briefen schwer zu verstehen sei (2. Petr 3, 16).

Einmal ist ein junger Mann während einer Predigt von Paulus eingeschlafen und aus dem Fenster gefallen, in dem er saß und versucht hat zuzuhören (Apg 20,6). Das muss man erst mal schaffen.

Ein Mann mit Ausstrahlung, ein selbstbewusster Leiter, ein mitreißender Redner, alles das war Paulus nicht. Er hat überhaupt nicht stark gewirkt. (2. Kor 10, 1) Allein schon, dass er immer zittert beim Predigen ist schon eine Herausforderung.

Von den Korinthern wird ihm zugetragen, dass einige sagen: „Seine Briefe ist voll Kraft, aber sein persönliches Auftreten ist matt, und seine Worte sind armselig!“ (2. Kor 10,10)

Drei Mal habe er gebetet, zu Jesus gefleht schreibt Paulus wörtlich, dass er gesund würde. Dann habe er vom Herrn die Antwort bekommen: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“ (2. Kor 12, 8-9)

Im Bibelgespräch letzte Woche hat eine Glaubensschwester gesagt, dass sie oft die Erfahrung gemacht habe, dass Gottes Kraft gerade dann besonders spürbar wurde, wirksam wurde, wenn sie selbst ganz kraftlos war.

Das ist ein merkwürdiges Geheimnis und ich könnte eine ganze Reihe von Personen der Bibel aufzählen, die äußerlich schwach waren, nicht reden konnten, in Sünde gefallen waren, mutlos geworden sind, und Gott hat sie wunderbar gebraucht.

Unter dem Kreuz leben heißt auch, sein Kreuz auf sich nehmen und mit allen Schwächen, die man hat, Jesus zu dienen. Es liegt nicht an unserer Kraft, sondern an seiner. Wir mögen eine kleine Kraft haben, Angst haben, zittern, aber wir haben einen starken Herrn.

Dass und wie sehr Gott diesen Paulus gebraucht hat, ist eine Ermutigung an uns alle. Nicht trotz, sondern wegen seiner Schwachheit konnte Gottes Geist ihn so gebrauchen. Du natürlich wegen seines Gehorsams, denn Paulus hat sich senden lassen, hat geredet, trotz der kritischen oder mitleidigen Blicke vieler Zuhörer.

  1. Nicht Menschenweisheit und irgendwelche Überredungskünste führen Menschen zum Glauben. Der Heilige Geist lässt Menschen den Herrn in dem Gekreuzigten erkennen.
  2. Bei tausend Weisheiten und Wichtigkeiten in der Welt müssen Christen nicht unbedingt mitreden. Aber nie dürfen sie aufhören, Menschen von dem Gekreuzigten zu erzählen.
  3. Und niemand kann sagen, ich bin zu klein, zu schwach, zu dumm. Wenn Menschen gehorchen und sich von Jesus senden lassen, dann ist seine Kraft in den Schwachen mächtig!

Amen.

Theologia crucis und gloriae (aus Predigt NG 2006)

In der Theologie unterscheidet man die theologia gloriae und die theologia crucis. Auf Deutsch: Die Theologie der Herrlichkeit und die Theologie des Kreuzes.

Die theologia gloriae stellt den Sieg Jesu in die Mitte. Christus ist der Herr, er ist der Sieger, ihm ist alles möglich, Christus heilt die Kranken, er treibt die Dämonen aus! Und die Christen in der theologia gloriae sind die Sieger! „Christen herrschen mit!“ sagt man dort.

Die theologiae crucis stellt das Kreuz in die Mitte. Christus ist der Gekreuzigte, der Leidende, Christus ist bei den Leidenden und Unterdrückten, Christus war selber in seinem Leben immer wieder erfolglos, er hatte selber menschlich gesehen keinen Erfolg in seinem Leben.

Auch die theologia crucis weiß um die Macht Jesu! Aber sie weiß sie verborgen, verborgen in Schwachheit. In der Schwachheit, in menschlicher Gebrochenheit, begleitet von vielen Misserfolgen, so zeigt sich Gottes Macht. Und die Christen in der theologia crucis haben ein Kreuz zu tragen. Im Kreuz Christi zeigt sich die Herrlichkeit Gottes und in ihrem Kreuz ist Gott mächtig. „Christen leiden mit Christus!“ sagt man in der theologia crucis.

Wenn diese Unterscheidung hilfreich ist, die Theologie der Herrlichkeit und die Theologie des Kreuzes, dann gehört Paulus deutlich auf die letzte Seite. Paulus war schwach, krank, er hat viele Rückschläge erlitten, aber in seiner Schwäche war Gott der Starke!

 
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