1. Petrus 4, 7-11 Haushalter der bunten Gnade Gottes

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Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Kassel-Möncheberg,

Pastor Norbert Giebel, 30.10.2016

1. Petrus 4, 7-11   Haushalter der bunten Gnade Gottes!

 

7 Die Zeit, in der alles zu seinem Ziel kommt, steht nahe bevor. Seid daher wachsam und besonnen und lasst euch durch nichts vom Beten abhalten. 8 Vor allem aber bringt einander eine tiefe und herzliche Liebe entgegen, denn die Liebe, so sagt uns die Schrift, deckt viele Sünden zu. 9 Seid gastfreundlich gegenüber euren Geschwistern; nehmt sie gern und ohne zu murren auf. 10 Jeder soll den anderen mit der Gabe dienen, die er von Gott bekommen hat. Wenn ihr das tut, erweist ihr euch als gute Verwalter der Gnade, die Gott uns in so vielfältiger Weise schenkt. 11 Redet jemand im Auftrag Gottes, dann soll er sich bewusst sein, dass es Gottes Worte sind, die er weitergibt. Übt jemand einen praktischen Dienst aus, soll er die Kraft in Anspruch nehmen, die Gott ihm dafür gibt. Jede einzelne Gabe soll mit der Hilfe von Jesus Christus so eingesetzt werden, dass Gott geehrt wird. Ihm gehören der Ruhm und die Macht für immer und ewig. Amen.                                              

1.Petrus 4,7-11 (LUT)

Liebe Gemeinde,

wir sollen Haushalter der bunten Gnade Gottes sein, habe ich die Predigt überschrieben. Martin Luther hatte übersetzt, wir sollten „gute Haushalter der mancherlei Gnade Gottes“ sein. In der gelesenen revidierten Übersetzung heißt es, wir sollen „Verwalter der Gnade“ sein, „die Gott uns in so vielfältiger Weise schenkt!“ In einem Kommentar las ich nun, man könne das griechische Wort poikiläs am besten mit bunt übersetzen. „Das heißt bunt, wirklich bunt, richtig knalle bunt!(Prof. Dr. Jörg Ulrich). Vielfältig, vielfarbig, sehr unterschiedlich. Gott beschenkt Menschen ganz verschieden und führt sie ganz verschieden. Das kann man nicht katalogisieren.

Haushalter der bunten Gnade Gottes nennt uns Petrus. Gottes Gnade ist nicht farblos, nicht grau, nicht eintönig. Es ist immer dieselbe Gnade: seine Liebe, seine Rettung, sein Trost, seine Kraft. Aber er rettet nicht alle auf die gleiche Weise. Er ruft und leitet, tröstet und redet nicht zu allen auf die gleiche Weise. Ich habe Bilder von Menschen mitgebracht:

  • Dieser Frau hat Gott seine Gnade geschenkt. (gepflegte Dame) Er hat sich ihr gezeigt, sie abgeholt. Gott wusste wo sie stand, was sie ausmachte, und was er tun musste, damit sie ihm vertrauen lernte. Gott hatte viel Geduld mit ihr. Es war ein langer Weg.
  • Dieser Frau hat er auch seine Gnade geschenkt, das ging ganz anders, ganz schnell, von einem Tag auf den nächsten war sie Christ. Und die bleibt dabei ein Freek, ein besonderes Original Gottes.
  • Und dieser Frau hat er sich wieder anders gezeigt. (Rollstuhl) Er ist ihren Weg mit ihr gegangen. Ihren ganz eigenen Weg. Gott kann das, weil seine Gnade bunt ist1 So bunt wie Menschen sind! Gott schert Menschen nicht über einen Kamm.
  • Gott ist diesem Mann gnädig. (Geschäftsmann)
  • Und ganz anders ist er diesem Mann gnädig. (Student) Es ist dieselbe Gnade, aber dieser Mann brauchte einen anderen Weg.
  • Und dieser hat auch seine bunte Gnade geschenkt bekommen. (Afrikaner) Nach viel Leid. Mit vielen Fragen. In seiner Kultur. Er ist Christ, aber er hat vieles ganz anders verstanden als die anderen beiden. Gott kann gut mit so etwas umgehen.
  • Und diesen hat Gott noch einmal einen anderen Weg zu seiner Gnade geführt. (Down Syndrom) Er hat die ganze Gnade Gottes aber versteht und erlebt sie noch einmal anders. So groß ist Gott.

Haushalter der bunten Gnade Gottes sollen wir sein. Seine Gnade ist bunt, weil die Menschen so bunt sind. Es braucht nicht jedes Kind die gleiche Antwort. Er führt nicht jedes Kind die gleichen Schritte. Das gehört auch zu Gottes Gnade, zu seiner Menschwerdung, dass er DICH sieht! Und dass er andere sieht und er Menschen auf ganz verschiedenen Wegen erreicht und leitet. Das sollen wir bewahren. Das sollen wir unterstützen. Wir können Gottes Wege mit Menschen nicht katalogisieren und festlegen. Was wissen wir denn von diesen Menschen, deren Bilder wir gesehen haben?  Wie sie geworden sind, was sie wund macht, was sie quält!? Was wissen wir denn, wie Gott ihnen seine Gnade zeigen will?!

Ich habe vor 15 Jahren meinen eigenen Bruder und dessen Frau nicht getraut. Sie haben geheiratet und ich sollte sie trauen. Ich habe es nicht getan. Seine Frau L. war damals noch katholisch. Ich habe gelernt, dass ich das nicht darf. Das ist ein ganz sensibler Bereich. In der katholischen Kirche ist die Ehe ein Sakrament. Das kann nur ein katholischer Priester machen. Mitglieder der katholischen Kirche zu trauen, kann das ökumenische Miteinander sehr belasten. L. hatte sich taufen lassen, in einer Art Hausbibelkreis, sie ist eine ansteckend fromme Frau, begeistert und begeisternd,  aber sie war nie aus der katholischen Kirche ausgetreten. Eine ökumenische Trauung wäre möglich gewesen, aber das wollten die beiden nicht. Wie kann man nur so stur sein!

Ich habe sie nicht getraut. Ein Laie, ein väterlicher Freund aus einer evangelischen Gemeinschaft, er hat meinen Bruder O. und seine Frau L. getraut. Wie sehr ärgere ich mich darüber heute. Was war ich für ein Idiot. Später haben wir Kollegen aus unserem Gemeindebund aus Elstal gesagt, imEinzelfall geht der Mensch vor! Die Seelsorge steht über der Regel. Ich habe eine Regel beachtet, eine menschliche Regel, und ich war kein Haushalter der bunten Gnade Gottes. Ich habe Gottes Weg mit zwei Menschen nicht erkannt. Ich habe mich dem verwehrt, um eine menschliche Regel einzuhalten.

Sind wir bereit, Haushalter der bunten Gnade Gottes zu sein? Wir wollen ein offenes Haus für alle Menschen sein. Was führt Gott für Menschen zu uns und wie flexibel sind wir für sie? So Gott will werden wir am Sonntag den 13.11. hier neun neue Mitglieder aufnehmen. Neun ganz verschiedene Menschen, die Gott ganz verschieden geführt hat. Ich wünsche diesen neunen, dass wir uns auf ihre Buntheit einstellen und sie uns verändern dürfen.

Nun muss ich aber noch auf den BIBELTEXT eingehen. Was lesen wir von der Buntheit der Gnade Gottes? Der erste Satz stellt den Text in einen besonderen Rahmen:

„Nahe gekommen ist das Ende aller Dinge “          

Petrus erinnert die Christen damals und uns heute an die Grenze der Zeit. Diese Zeit ist begrenzt. Alles wird einmal aufhören. Alles, was wir hier erleben, ist vorläufig. Petrus spekuliert nicht, wann das sein wird. Schon gar nicht gerät er in Panik. Er stellt es einfach fest. Es soll uns helfen mit unserer Zeit und den Dingen dieser Welt recht umzugehen.

Auch wir brauchen nicht spekulieren und nicht in Panik verfallen. Das ist eine gute Nachricht: Gott wird diese Welt her-richten und sie vollenden! Er wird alles zu seinem Ziel führen. Aber auch unsere Zeit ist begrenzt. „Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens.“ Sind es noch 10 oder 20 oder gar 30 Jahre? Auch mein Leben ist begrenzt. Das Ende ist nahe! Das soll meiner Zeit Gewicht geben. Das soll mir meine Zeit wichtigmachen. Wenn ich das vergesse, wird mein Leben nicht bunt sein. Dann haben die Tage kein Gewicht und ich verliere mich im grauen Einerlei dieses Lebens. – Gott möchte, dass wir den Rest unsers Lebens wach leben. Von ihm auferweckt. Wir sollen nicht durchs Leben stolpern, sondern bewusste Schritte gehen. Wie sehen diese Schritte aus? Was sollen wir beachten, weil unsere Zeit begrenzt ist? Vier Farbtupfer, vier Pinsel, vier Punkte werden genannt, die uns helfen, die bunte Gnade Gottes zu leben:

(1) So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.
„Seid wachsam und lasst euch durch nichts vom Beten abhalten.“

Das Gebet ist das Erste. Nicht Programm. Nicht unsere Aktivität. Wer im Gebet bleibt, der bleibt Gott nahe. Der lässt sich von ihm speisen. Der behält seine Wurzeln in Gottes Erdreich. Wer betet, der bleibt in Christus, im Weinstock, und der bringt rechte Frucht. Wer aufhört zu beten, verweigert Gott das Gespräch. Der meint, schon alles zu wissen oder alles selber schaffen zu können. Wer nicht betet, braucht Gottes Trost nicht mehr; zumindest holt er ihn nicht ab. Er lässt es nicht zu, dass Gott ihm den Tisch deckt, weiter an ihm arbeitet, ihn weiter verändert. Beten ist nicht nur Fürbitte, sondern zuerst einmal meine Gemeinschaft mit Christus. Nüchtern und besonnen sollen wir sein zum Beten. Nicht aufgeregt, nicht hektisch. Es soll einfach zu unserem Leben gehören.

Das Ende der Welt ist nahe? Dann bleib nüchtern und ruhig. Sei wachsam und bete. Was kann den Betern Böses passieren? Bete und du erlebst die bunte Gnade Gottes! Nehmen wir einmal BLAU als Farbe für unser beten. Blau ist die Farbe der Hoffnung und die Farbe des Himmels.

Der zweite Farbtupfer. Der zweite Pinsel, den wir in Gottes bunte Gnade tupfen sollen:

(2) Bringt einander eine tiefe und herzliche Liebe entgegen, denn die Liebe deckt viele Sünden zu.

Bleibt in der Liebe, sonst werdet ihr zu kleinen grauen Männchen, oder Weibchen. Dann zerstört ihr die Farbe, die bunte Gnade Gottes. Ihr nehmt anderen die Freude. Ihr schadet anderen Menschen. Graue Männchen und graue Weibchen können schrecklich empfindlich sein. Wenn man sie übersieht, wenn man es ihnen nicht recht macht, wenn Dinge anders laufen, als sie es wollen. Auch nur, wenn sich Dinge um sie herum verändern, dann halten sie die Farben nicht aus. Wenn wir nicht von Gottes Liebe lernen, werden wir seine bunte Gnade verleugnen. Dann muss Grün bei uns Grau werden. Dann sind wir eine Gemeinde nur für bestimmte Leute. Und Gott muss sich an unsere Regeln halten, wie er wen zu uns führen will.

Ich habe es selbst erlebt. Ein Mann ist aus der Gemeinde ausgetreten. Das Gemeindehaus wurde renoviert. Ähnlich wie bei uns gab es vorne hinter dem Gottesdienstraum zwei kleine Räume. Sie dienten als Umkleideraum bei Taufen und als Gebetsraum vor dem Gottesdienst. Oft waren es einfach Abstellräume. In den Räumen waren die Wände mit Brettern verschalt. Nut und Feder. Bis etwa 140 cm Höhe. Diese Bretter hatte der Bruder abgeschliffen und blau gestrichen. Er hat sicher einen guten Tag dran gesessen. Eine Woche später wurden die Bretter abgerissen. Die sollten da weg. Der Bauausschuss hat sich das anders gedacht. Da ist der Bruder mit einigem Lärm aus der Gemeinde ausgetreten. Die ganze Gemeinde redet aufgeregt über die Bretter im Umkleideraum für die Taufe. Das ist das Thema. Bruder xy ist ausgetreten, weil man seine Bretter kaputt gemacht hat.

In derselben Gemeinde drohte ein anderer Bruder mit Austritt. Der Gottesdienst wurde von 9.30 Uhr auf 10.00 Uhr verlegt. Das sei nun nicht mehr seine Gemeinde! Er hatte vergessen, dass es nie seine Gemeinde war. Es war immer die Gemeinde Gottes und derer, die Gott dorthin geführt hat. Sagt nicht, dass so etwas bei uns nicht passieren kann. Graue Menschen können höchst empfindlich sein und die halbe Gemeinde aufregen, wenn ihnen Unrecht getan worden ist. Die Liebe aber deckt viele Sünden zu, sagt Petrus. Wer liebt ist barmherzig und weit. Dem geht es ja nicht um sich selbst. Der sucht nicht seine eigene Ehre. Der ist nicht empfindlich. „Zudecken“ ist ein Wort für Vergebung im Alten Testament. Die Liebe deckt zu. Wer nicht lieben kann, hält den anderen in seiner Schuld fest. Der will ihn aufdecken, bloß stellen, der kritisiert ihn öffentlich. Welche Farbe nehmen wir für die Liebe? Rotnatürlich.

Ein dritter Farbtupfer für eine bunte Gemeinde:

(3) „Seid gastfrei ohne Murren!“

Menschen brauchen Menschen. Einsam gehen sie ein. Menschen brauchen Menschen, die es gut mit ihnen meinen, die sie annehmen, wo sie ein Stück zuhause sein können. Mehr noch: Alle Menschen brauchen Menschen, die bereit sind ein Stück ihres Lebens mit ihnen zu teilen.

Ich glaube, Gastfreundschaft muss ein Thema unserer Gemeindeentwicklung sein. Sowohl ein Willkommensklima in der Gemeinde zu schaffen als auch unsere Häuser zu öffnen. Noch einmal: Es ist geplant, in zwei Wochen neun neue Mitglieder aufzunehmen. Wie werden sie Teil von uns? Wie werden wir Teil von ihnen!!? Nur wenn wir sie ansprechen, ehrlich interessiert sind, zuhören, sie annehmen, ihnen Raum geben, wenn sie uns wichtig sind und wenn sie persönliche Kontakte unter uns finden. Wir sind kein Kaufhaus, kein Sportverein und keine Musikschule. Wir sind Gemeinde Jesu, wo man sich kennt, wo jeder möglichst jeder, jeder in der Gemeinde unterstützt wird. Wo es die Einheit in Christus gibt über die Grenzen von Jung und Alt und über die Grenzen der Kulturen hinweg.

Auch jetzt schon kennen sich in der Gemeinde viele kaum. Man kommt zusammen, um „etwas zusammen zu machen“. Aber kennen wir einander? Tragen wir einander? Haben wir Interesse an dem anderen, der wie ich mit Jesus lebt? Ich würde gerne in 2017 nicht nur einmal eine Aktion durchführen, mit der wir einander einladen. Die Gemeinde kennt das von früher: In einem Gottesdienst gehen Körbe mit Zetteln und Stiften herum. Jeder schreibt seinen Namen darauf. Danach gehen die Körbe wieder herum und jeder zieht einen Zettel. Die gezogene Person lädt er dann in den nächsten vier Wochen einmal ein. Ich glaube, bei der Gastfreundschaft dürfen wir zunehmen. Wer von uns hat schon einmal Menschen aus der Gemeinde zu sich eingeladen? Und nicht nur die besten Freunde!

Das Ende der Zeit ist nahe! Zeit ist kostbar. Seid Haushalter der bunten Gnade Gottes! Das wird nicht gehen ohne Gastfreundschaft. Das wird nicht gehen, ohne die Häuser zu öffnen und persönlich zu werden. Vielleicht müssten wir sogar einmal unser Programm zurückfahren, um zueinander zu finden.

„Seid gastfrei ohne Murren“ ergänzt Petrus. Das muss nicht immer Spaß machen. Das ist nicht immer leicht. Das schmeckt uns vielleicht gar nicht immer. Das kann unbequem sein. Neue Menschen werden uns verändern in der Gemeinde. Wollen wir das wirklich, Oder denken wir an die vielen Flüchtlinge in unserem Land. Ihnen unsere Liebe zu zeigen, das geht nicht alles mit links. Da kostet die Liebe etwas. Da müssen wir heraus aus unserem Schneckenhaus. Sind wir bereit, uns zu öffnen, das Leben mit anderen zu teilen? Ein offenes Haus für alle Menschen nützt überhaupt gar nichts, wenn darin nur verschlossene Menschen sind.

Letzte Woche sagte mir jemand, dass Einsamkeit ein großes Problem unter den Studenten sei. Sie verlassen ihr Zuhause, ihre Umgebung, ihre Familie. Sie verlieren Sicherheit, fangen etwas ganz Neues an. Viele verschwinden in der Masse von 25000 Studenten in Kassel und sind schwer einsam. Würden sie bei uns offene Menschen finden? Wir könnten einen Plan machen: Jeden Sonntag trägt sich einer ein, der bereit ist, zwei Personen zum Essen mit nach Hause zu nehmen. Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Der Gastfreundschaft gebe ich gelb. Gelb finde ich einladend und freundlich.

Und zuletzt:

(4) Jeder soll den anderen mit der Gabe dienen, die er von Gott bekommen hat.

Da würde ich gerne eine eigene Predigt zu halten. Für heute so viel: Jede und jeder hat etwas, das er für die Gemeinde und ihren Auftrag einbringen kann. Und soll. Gott hat es ihm dazu gegeben. Und diese Gaben sind verschieden. Es kann nicht jeder das Gleiche und das muss auch nicht sein. Wir ergänzen uns. Unsere Geschichten sind verschieden, nicht nur unsere Gaben und Talente. Jeder wird gebraucht.

Gott will durch diese Gemeinde einen Brief an diese Welt schreiben und jeder von uns ist ein Buchstabe. Vielleicht bist du das „n“ oder das „p“ oder das „z“. In jedem Fall ist der Brief Gottes viel schlechter zu lesen, wenn du fehlst. Ohne deine Gaben sind wir ein Brief ohne n’s, ohne p’s, ohne z’s. Weißt du das? Jeder soll seinen Platz einnehmen und seine Gaben einbringen, damit Gott mit allen zusammen seinen Brief an diese Stadt schreiben kann. Alle zusammen sollen ein Brief sein, ein Leib, ein Haus.

Petrus unterscheidet grundsätzlich zwei Arten des Dienstes. Jeder von uns kennt beides! Petrus schreibt: „Redet jemand im Auftrag Gottes, dann soll er sich bewusst sein, dass es Gottes Worte sind, die er weitergibt. Übt jemand einen praktischen Dienst aus, soll er die Kraft in Anspruch nehmen, die Gott ihm dafür gibt.“

Wer predigt, wer mit dem Wort dient, soll es als Gottes Wort reden. Nicht als eigenes Wort. Er soll sein Wort binden an das Wort Gottes aber dann auch mit Vollmacht sprechen. Und wenn jemand einen praktischen Dienst ausübt – Küche, Büchertisch, Kasse, Gemeindeleitung – soll er es mit der Kraft tun, die Gott ihm zur Verfügung stellt. Nicht mehr. Er soll sich bei Gott Kraft holen erbitten, er soll diese Kraft ganz einsetzten, aber mehr nicht. Nicht mehr als Gott ihm auch gibt an Kraft. Da sind wir wieder am Anfang. Diese Kraft kommt aus dem Gebet und aus der Liebe, aus einer liebevollen persönlichen Gemeinschaft. – Dem Dienst stelle ich die Ampel auf GRÜN!

Liebe Gemeinde am Möncheberg, ihr lieben Christen in Kassel,

  • lasst uns Haushalter der bunten Gnade Gottes sein!
  • Unsere Kraft sei unser Gebet,
  • die Liebe sei unser Motiv,
  • Gastfreundschaft gehöre zu unserem Leben
  • und jeder bringt sich ein Gott zu Ehre mit dem, was er ihm gegeben hat.

Amen.

Ich habe für meine Predigt sehr profitiert von der Predigt von Prof. Dr. Jörg Ulrich (ev.) von 6.10.2008 in Halle.

 
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