1. Petrus 2, 1-10 „Gemeinde Jesu – ein Stück Himmel auf Erden“

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Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Kassel-Mönchebergstraße

Norbert Giebel 7.5.2017

1. Petrus 2, 1–10  
Gemeinde Jesu – ein Stück Himmel auf Erden

Liebe Gemeinde,

ist der Titel für diesen Gottesdienst nicht etwas hoch gegriffen? „Gemeinde Jesu – ein Stück Himmel auf Erden!“? Als ich erst kurze Zeit Pastor war, sprach mich ein älterer Kollege im Ruhestand an und sagte: „Wundere dich nicht, sei nicht enttäuscht, rechne damit: Es gibt nichts in der Welt, was es nicht auch in der Gemeinde gibt!“ Ich weiß nicht was mein Kollege vor Augen hatte. Neid, Streit, Ehrsucht, üble Nachrede, Lüge, Ehebruch, Geiz? Wie kann Gemeinde ein Stück Himmel auf Erden sein, wenn es doch auch bei uns so schrecklich menschelt? Sind wir nicht, bleiben wir nicht, auch als Christen, Sünder? Ich möchte uns einen Text aus dem 1. Petrusbrief vorlesen. Da finden wir einige Aussagen, was Gemeinde ist.

1 So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede 2 und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, auf dass ihr durch sie wachset zum Heil, 3 da ihr schon geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist. 4 Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar.
5 Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. 6 Darum steht in der Schrift (Jesaja 28,16): »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.« 7 Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar. Für die aber, die nicht glauben, ist er »der Stein, den die Bauleute verworfen haben; der ist zum Eckstein geworden« (Psalm 118,22) 8 und »ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses« (Jesaja 8,14). Sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind. 9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht; 10 die ihr einst nicht sein Volk wart, nun aber Gottes Volk seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid (Hosea 2,25).

Petrus vergleicht die Gemeinde mit einem Haus, das gebaut wird. Es ist das Haus Gottes. Es gehört ihm. Merkwürdig ist, wie das Haus gebaut wird. Das Haus wird mit lebendigen Steinen gebaut. Das Haus lebt. Der Heilige Geist ist Architekt und Bauleiter, darum nennt Petrus es ein „geistliches Haus“: Ein Haus vom Heiligen Geist gebaut, das ist gemeint. Er fügt Menschen zu diesem lebendigen Haus zusammen, in dem Gott wohnt und in welches Gott Menschen einlädt.

Die Steine, von denen Petrus spricht, braucht man nur zu rufen. Jesus ruft sie und fordert sie auf, sich selber einzufügen. Jeder nimmt seinen Platz ein, freiwillig, so wie er es kann, „so wie er gebaut ist“, und das Haus Gottes entsteht. Jeder wird getragen und jeder trägt mit. Erst im Verbund mit anderen Steinen hat jeder Stein seinen Sinn. Ein Stein für sich ist gar nichts. Ein Stein für sich liegt herum, kann kein Zuhause bieten, und er hat sein eigenes Zuhause noch nicht gefunden. Ein Stein allein kann schnell weggenommen werden, entwendet, entfremdet. Das Haus ist auch ein Schutz für den Stein. Die lebendigen Steine finden ihr Zuhause, ihren Platz, ihren Sinn in dem Haus Gottes. Sie wohnen darin als Familie Gottes, als Schwestern und Brüder des einen Vaters, und sie bilden ein Haus, in das Gott andere einladen kann.

Viele Theologen nehmen an, dass der 1. Petrusbrief eine überarbeitete Taufpredigt oder eine Überarbeitete Belehrung für Getaufte ist. Auch in unserem Text finden wir Anzeichen dafür:

1 So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede 2 und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, auf dass ihr durch sie wachset zum Heil, 3 da ihr schon geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist.

Die ersten Hörer dieser Worte waren sozusagen noch nass. Frisch getauft. Und ihnen gelten diese Zeilen. Taufe ist nicht nur Zuspruch oder Heilszusage. Taufe ist auch Inanspruchnahme. Gott ruft in sein Team, in seine Mannschaft, in die Jüngerschaft hinein. Und das ist eine Ehre! (1) „Ihr habt ja schon geschmeckt, dass der Herr freundlich ist!“ sagt Petrus den Getauften.
(2) „Jetzt seid ihr das auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, ein Volk, das Gott gehört.“ Der Getaufte wird in seinen Dienst eingesetzt. Er wird zu einem Priester, einem Mittler zwischen Gott und Menschen, zu einem Beter, zu einem Verkündiger der Wohltaten Gottes. Theologen haben die Taufe die „Ordination der Laien“ genannt. Da bekommt man seinen Auftrag und seine Ausrüstung dazu. (3) Das aber sollen die Getauften nun auch leben: „So legt nun ab, so hört nun auf, so wendet euch nun entschieden gegen alle Bosheit. Hört auf mit allem Tun und allem Reden, dass Gott nicht entspricht.

Ich muss auf den alten Kollegen von vorhin zurückkommen. Er wollte mich vorbereiten, warnen, dass Sünde und Teufel vor der Gemeinde nicht Halt machen. Es gibt Böses auch in der Gemeinde Jesu. Ich weiß von einem Pastor, der mit der Jugendleiterin ein Verhältnis hatte. Als sie schwanger wurde, kam es heraus. Ich weiß von einem Gemeindekassierer, der sich an dem Geld der Gemeinde bereichert hat. Ich weiß von Christen, die sich nicht begrüßen, die nicht aufeinander zugehen können, um sich einen schönen Sonntag zu wünschen. Alles das gibt es. Aber das darf es und soll es in der Gemeinde Jesu nicht geben. Das ist Sünde. JA, es gibt Sünde mitten unter uns. Aber wir dürfen uns nicht damit abfinden. Gottes Geist will den Betroffenen helfen, sie befreien.

In der Berliner Gemeinde, in der ich Pastor war, gab es eine Alkoholikerarbeit. Drei Selbsthilfegruppen. Angefangen hat das vor 20 Jahren. Mit wem? Mit Mitgliedern der Gemeinde, die frei werden wollten und frei geworden sind. Es gibt Süchte und anderes Bösem wodurch der Teufel uns schaden will, auch in der Gemeinde. Aber es reicht einfach nicht zu sagen, dass es das in der Welt ja auch gibt. – Das hat auch der alte Kollege vor 25 Jahren nicht gemeint. (!)

Die von Petrus angesprochenen Täuflinge sollen den neuen Menschen anziehen, die neuen Kleider, die Gott ihnen bereitgelegt hat. Mit aller Entschiedenheit sollen sie ablegen, was Christus nicht entspricht, und Liebe, Geduld, Barmherzigkeit, Güte anziehen. (Vgl. die klaren Aussagen in Eph. 4, 17-32!)

Das neue Leben mit Christus will sich und kann sich durch den Heiligen Geist in einem neuen Miteinander in der Gemeinde ausdrücken. Alle Anforderungen, die Petrus hier aufzählt, betreffen das Miteinander. Jesus ist sogar so weit gegangen, dass er sagte „Daran, dass ihr einander liebt, wird die Welt erkennen, dass ihr meine Jünger seid!“ (Joh. 13, 35) Ja, tatsächlich: Ich will diesen Traum nicht aufgeben, dass wir im Miteinander in der Gemeinde ein Stück Himmel geschenkt bekommen, weil Gottes Liebe durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen ist! (vgl. Römer 5,5) Ich will diesen Traum nicht aufgeben, weil ich glaube, dass Gott will, dass wir anders miteinander umgehen, als es in der Welt üblich ist.

„Das ist mein Gebot!“ sagt Jesus, „dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe.“ (Joh. 13,34) Wir gehören dem, der sich durch seine Hände für uns am Holz festnageln ließ. Da können wir nicht anders, als anderen auch unsere Hand zu reichen, anderen aufzuhelfen, andere stützen, wie er anderen zu vergeben. Im Brief an die Galater scheibt Paulus: „Jeder trage die Last des anderen!“ (Galater 6,2) Das ist mein Traum von Gemeinde. Aber verbunden mit der Hoffnung, dass Gott uns zu dem einen neuen Menschen miteinander verbindet. Erneuerung ist möglich! Der neue Mensch gehört mit zur Erlösung! Jesus hat nicht nur für die Vergebung unserer Sünden gezahlt, sondern auch für unsere Freiheit, für unsere Heiligung. Das gehört mit zum Heilspaket Gottes. (Siehe 1. Korinther 1,30!)

Den Ephesern schreibt Paulus: „Gott schenke euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, (...) und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns ist, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke an uns wirksam wurde.“ (Eph. 2, 18-19) – Die Gemeinde Jesu ist kein Verein, kein menschliches Abkommen mit nur menschlichen Regeln. Die Gemeinde Jesu ist ein geistliches Miteinander! Der Heilige Geist ist ihr Architekt und Bauleiter.

Und die Gemeinde Jesu ist die Kantine, das Buffet, die Suppenküche, Gottes, an dem er seine Kinder ernähren will. Die Gemeinde Jesu hat einen Lehrauftrag, einen Menschen-Förder-Auftrag, einen Ernährungsauftrag. Hier bekommen sie, was sie brauchen, um geistlich zu wachsen. Man könnte auch sagen, die Gemeinde Jesu ist ein Sakrament, ein Heilsmittel Gottes. Er hat sie eingesetzt, um sein Volk darin zu sammeln und zu segnen. Das Ziel ist, dass Neugeborene und ältere Kinder Gottes immer weiter wachsen zu dem Heil hin, wie Petrus schreibt, dass Gott für sie bereitet hat. .Wenn ihr so wollt: Wir sind alle Säuglinge und in die Gemeinde ist unsere Säuglingsstation. Hier bekommen wir unsere Milch.

So soll es sein! Automatisch geht das nicht! Ich glaube, dass auch Gottesdienste dazu nicht ausreichen, sich persönlich weiter zu entwickeln oder von Gottes Geist entwickeln zu lassen. Die vielen Gruppen der Baptistengemeinden in Deutschland waren in ihrer Entstehungszeit ein Markenzeichen, auch von anderen Freikirchen. Da gab es Jungen- und Mädchengruppen, Bibelgruppen, Jugendgruppen, Frauengruppen, Enthaltsamkeitsgruppen, die auf Alkohol verzichtet haben. Die persönliche Verbindung mit anderen ist wichtig, um geistlich zu wachsen. Wie kann ich im Glauben wachsen, wenn mich keiner kennt? Wie kann ich geistlich wachsen, wie kann ich frei werden, wenn ich mich niemandem öffne? Wie kann ich „als lebendiger Stein“ erleben, dass ich getragen werde, und dass ich jemand trage, wenn ich zu niemandem eine Nähe habe, keine geistlichen persönlichen Beziehungen aufbaue?

Neugeborene schreien nach Milch. Sie haben Hunger. Sie wollen mehr. Sie haben geschmeckt, wie freundlich Gott ist, sagt Petrus. Auch geistlich Neugeborene haben oft viel mehr Feuer, Eifer, Hunger nach Gott. Sie wollen mehr verstehen, mehr gehorchen, Gott mehr ehren. Sie lesen in der Bibel, hören Predigten im Internet, öffnen sich und lassen für sich beten. Sie wollen zunehmen in dieser geistlichen Bewegung die Gott ihnen geschenkt hat. – Wir brauchen Menschen, die Sehnsucht nach Gott haben. Denn man kann mit der Zeit auch geistlich einschlafen. Man kann diesen Hunger nach Erneuerung und Bewegung durch Gottes Geist verlieren.

Was das Haus Gottes betrifft, muss nämlich noch etwas Wichtiges ergänzt werden: Gott hat nur Baustellen! Es wird immer weiter gebaut. Sein Haus ist noch nicht fertig. Eine Gemeinde, die nicht weiterbaut, zerfällt. Alles was lebt, wächst. Lebendige Zellen teilen sich. Wenn die innere Erneuerung aufhört, stirbt jeder Organismus. Martin Luther hat das Wort geprägt: Ecclesia semper reformanda! „Die Kirche reformiert sich immer weiter!“ „Die Kirche ist immer weiter zu reformieren!“ Martin Luther hat seine Erkenntnisse was Kirche oder Gemeinde betrifft nicht heiliggesprochen. Gott führt sein Volk weiter! Pietisten, die die Evangelische Kirche erneuern wollten und Gemeinschaften innerhalb der Kirche gebildet haben, haben sich darauf berufen. Und Freikirchen haben sich darauf berufen. Das Haus Gottes muss sich immer wieder reformieren, sich neu in Form bringen.

Taufe und Gemeinde, das waren die beiden großen Erkenntnisse und Beweggründe als die ersten Baptistengemeinden entstanden. 1614 in Spitalfield bei London die erste. In England gab es Erneuerungsbewegungen, die die Kirche als eine Verbindung von Menschen erkannten. Glaubende Menschen, die einen Bund miteinander schließen, die sich zusammentun als Christen und sich verpflichten, füreinander da zu sein und gemeinsam mit Jesus auf dem Weg zu sein. Bei den Baptisten kam zu der einen Erkenntnis, dass die Gemeinde aus Glaubenden bestehen müsse, die den Leib Jesu bilden, die sich als lebendige Steine ins Haus Gottes einfügen lassen, bei den Baptisten kam die Taufe hinzu.

Die Gründer der Baptisten in England haben auch Impulse von den Mennoniten und so genannten Taufgesinnten-Gemeinden in Holland bekommen, die im 16. Jahrhundert dort entstanden sind. In Deutschland und der Schweiz wurden tausende Täufer hingerichtet und die Täuferbewegung mit Schwert und Feuer ausradiert. Es waren besonders die Evangelischen Landeskirchen, Reformierte und Lutheraner, die ihre Brüder aus dem Täufertum im 16. und 17. Jahrhundert verfolgten und töteten.

Taufe und Gemeinde gehörten für die Baptisten zusammen. Die Evangelischen Kirchen und die katholische Kirche lehren, dass die Taufe ein Zeichen sei für die bedingungslose Gnade Gottes. Wo kann man die bedingungslose Gnade Gottes am besten zeigen, wenn nicht an Säuglingen? Auch in diesen Kirchen wird man durch die Taufe Mitglied. So gibt es, und gab es damals in England, Millionen Menschen, die sich Christen nennen, die auch zu einer Kirche gehören, die aber persönlich gar nicht glauben und in ihrem Leben nicht nach dem Willen Jesu fragen. Das war die Kritik schon damals an der anglikanischen Kirche. Die Kirche geht mit der Gießkanne über das ganze Land, tauft sie alle und sagt, sie seien jetzt Christen.

Die Baptisten haben erkannt, dass die Säuglingstaufe eine andere Taufe ist als die, die wir in der Bibel finden. Nirgends in der Bibel steht, dass die Taufe das Zeichen der bedingungslosen Liebe Gottes sei. Natürlich ist Gottes Liebe bedingungslos, aber die Taufe hat doch ganz andere Inhalte. Ich glaube nicht, dass Gottes bedingungslose Gnade den Menschen weniger gilt, die nicht als Säuglinge getauft wurden. Ich habe einen zehn Jahre jüngeren Bruder. (Als ich Student war haben mich andere jedoch lutherisch geprägte Theologiestudenten gefragt, ob ich denn wisse, wo mein Bruder hinkäme, wenn er stirbt. Ob ich sicher sagen könne, dass Gott ihm gnädig sei. Da wird die bedingungslose Gnade Gottes als Bedingung an die Säuglingstaufe gebunden. Als könne irgendeine Kirche und irgendein menschlicher Akt übe die Gnade Gottes verfügen. Die bedingungslose Liebe Gottes kann ich jedem Menschen zusagen. Sie ist ganz klar in der Bibel bezeugt und in Christus sichtbar. Eine Taufe brauche ich dazu nicht.)

Petrus, dessen Brief wir gerade lesen, hat Pfingsten gepredigt: „Tut Buße und lasst euch taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden so werdet ihr den Heiligen Geist empfangen!“ (Apg 2, 38) Das Thema Taufe hatten wir am letzten Sonntag, darum lasse ich es bei diesem einen Satz. Umkehr, Vergebung begangener Sünden und Geistempfang, diese Inhalte sind in der Bibel mit der Taufe verbunden. Die Taufe aber ist dem Gemeindeverständnis untergeordnet. Das neue Verständnis von Gemeinde, das wir heute mit vielen Freikirchen teilen, das war das Größte, das bildete die Basis. Schon seit dem 19. Jahrhundert haben viele Baptistengemeinden in England eine offene Mitgliedschaft. Es können auch Menschen Mitglied werden, die an Jesus glauben, in ihrer Säuglingstaufe aber eine Taufe erkennen. Erst in diesem Jahrhundert ziehen viele Baptistengemeinden in Deutschland nach.

Ist die Gemeinde ein Stück Himmel? Ein Stück von Gottes Herrlichkeit? Nein. Wir sind unterwegs. Eine Baustelle. Machen Fehler. Aber: Ja! Gott hat uns als Angeld, als Anzahlung seinen Geist gegeben. Und er schenkt uns als Anzahlung ein neues Leben und eine neues Miteinander.

Christen gehen nicht in eine Kirche oder in eine Gemeinde. Christen sind Kirche. Sie kommen zu dem einen lebendigen Stein, den Grundstein, der Christus ist, und sie lassen sich als lebendige Steine in Gottes Haus einbauen. Das ist Gottes Einladung an alle Menschen: „Kommt zu dem lebendigen Stein, das ist Christus, und lasst euch einbauen als lebendige Steine in das Haus Gottes.

Amen

Zusammenfassung in 6 Punkten für ein sich anschließendes Predigtnachgespräch:

Was ist die Gemeinde Jesu?

  1. 1.Die Gemeinde der Glaubenden

Und für mich auch:

  1. 2.Die Gemeinde der Getauften.

Aber nicht Glaube und Taufe nur auf dem Papier. Kein Glaube, der nur im Kopf bleibt. Keine Taufe, in der man nur äußerlich nass wird. Eine Gemeinde, in der man jeden Sonntag aufsteht und das gleiche Bekenntnis spricht, wo man sich aber nicht kennt, nicht trägt, nicht im Glauben wachsen will, wo der eine dem anderen egal ist, wo man Jesus nicht gemeinsam in der Welt bekennt und dient, eine solche Gemeinde ist weit weg davon, „ein Haus mit lebendigen Steinen“ zu sein.

  1. 3.Die Gemeinde auf dem Weg.

Unterwegs könnte ich auch sagen. Die Gemeinde, sie sich immer wieder neu in Form bringt, reformiert.

  1. 4.Die Gemeinde, die vom Heiligen Geist bewegt wird.

Die von Gottes Geist getrieben sind, sie sind seine Kinder, schreibt Paulus einmal. (Römer 8,14) Die Gemeinde ist Licht und Salz in der Welt. (Matthäus 5, 13-16) Zwei Bilder, die Jesus selbst verwendet.

  1. 5.Die Gemeinde, in der alle Priester sind.

Jede und jeder weiß sich berufen, Jesus als den Christus in seinem Leben zu bezeugen, in Worten und in Taten.

Ich könnte auch sagen:

  1. 6.Die Gemeinde ist ein Appetithappen Gottes für die Welt.

Sie soll Geschmack auf den Himmel machen. Sie ist ein Stück Himmel auf Erden!

 
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