Apg 3, 1-10 Ein Bettler, der gesehen wird.

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Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Kassel-Möncheberg 19.08.2018

Predigt Pastor Norbert Giebel

Apg. 3, 1-10: „Ein Bettler wird zum Beter!“  

Textlesung ging schon vorweg

1 Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, zur Gebetszeit. 2 Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzte man täglich vor die Tür des Tempels, die da heißt die Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen. 3 Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen. 4 Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an! 5 Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge. 6 Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher! 7 Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, 8 er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. 9 Und es sah ihn alles Volk umhergehen und Gott loben. 10 Sie erkannten ihn auch, dass er es war, der vor der Schönen Tür des Tempels gesessen und um Almosen gebettelt hatte; und Verwunderung und Entsetzen erfüllte sie über das, was ihm widerfahren war.

Alltag in Jerusalem. Gläubige gehen zum Beten. Zum Nachmittagsgebet in den Tempel. Immer zur neunten Stunde. 15.00 Uhr nach unserer Zeit. Alltag in Jerusalem. Emsiges Treiben. Die Geschäfte sind wieder geöffnet nach der Mittagshitze. Es wird wieder gehandelt, verkauft, gekauft. Menschen sind unterwegs zu erledigen, was sie zu erledigen haben.

Alltag in Jerusalem. Bettler gehören zum Alltag. Du kannst sie nicht übersehen, wenn du durch die Stadt gehst. Sie sitzen an der Straße. Sie müssen sich ihren Lebensunterhalt erbetteln. Schreckliches Elend, was man da sieht. Schreckliche Biographien. Manche sind von Kind an krank, andere wurden durch einen Unfall aus dem Leben gerissen, haben alles verloren: Vielleicht ihre Beine oder ihre Hände oder ihr Augenlicht. Wer Familie hat, hat noch Glück gehabt. Immerhin bringt sie jemand auf die Straße an ihren Platz. Und sie sind nicht völlig vereinsamt. Aber kaum eine Familie kann einen Behinderten einfach so durchfüttern. ... Er muss betteln. In der Sonne oder im Schatten, wenn es regnet oder kalt ist, wenn die Stadt voll ist oder leer ist. Wer bettelarm ist, der kann sich die Arbeitsbedingungen nicht auch noch aussuchen. Das wäre ja noch schöner.

Alltag in Jerusalem. Emsiges Treiben. Wer es sich aber leisten kann, wer beten möchte, der geht in den Tempel und betet. Es ist 15.00 Uhr. Die schlimmste Hitze ist vorbei. Der Boden ist noch heiß. Wer keine Schuhe hat, läuft im Schatten. Vor dem Tempel sitzen sie auch gerne, die Bettler. Sie hoffen auf das Herz der Frommen. Wer betet, der wird doch auch an Menschen nicht vorbei gehen, die arm sind, elend, am Leben nicht mehr teilnehmen können.

Die Rollen sind klar verteilt. Die Bettler haben klare Erwartungen: Münzen sollen den Besitzer    wechseln. Sie freuen sich, wenn es in ihrem Beutel klimpert. Und der Spender kann mit einem guten Gewissen weitergehen. Das ist das Geschäft. Das gute Gewissen kostet nicht viel. 50 Cent oder einen Euro. Dann gehen die meisten erleichtert beten. Sie haben sich dem Elend dieser Welt gestellt und können sich nun wieder ihres Lebens freuen.

Alltag in Jerusalem vor dem Tempel. Die Bettler sehen auf den Boden. Betteln ist Alltag und doch schambesetzt. Sie dürfen nicht in den Tempel. Sie gelten als unrein. Sie müssen Schuld in ihrem Leben haben. Gott ist gerecht. Er würde es nicht zulassen, dass jemand so elend leben muss, wenn da nicht irgendeine Schuld in seinem Leben wäre. Gott gefällt es nicht, wenn Krüppel in den Tempel kommen. Sie müssen draußen bleiben. Sie sind unrein. Sie erregen Anstoß. Sie sind selber schuld. Sie sind krank. Da kann man nichts machen!

Geber und Nehmer sind Objekte in diesem Geschäft, nicht Personen: Der eine bettelt der andere gibt. Mehr interessiert nicht! Jeder muss seine Rolle spielen. Persönliche Kontakte sind nicht geplant. Unmöglich. Wo soll man da anfangen bei all den Bettlern, wo soll man aufhören, wenn man sich für sie interessierte, wenn man einen richtig kennenlernen wollte. So weit geht sie Liebe nicht. Auch heute wieder: Alltag in Jerusalem. Aber heute sollen Wunder geschehen.

Das erste Wunder: Petrus und Johannes suchen Augenkontakt.

Der Bettler sitzt an der Tempeltür, die sie „Die Schöne“ nennen. Vermutlich das Nikanor-Tor. Kunstvoll aus Bronze gefertigt. Die äußere Pracht des Tores soll die Gläubigen einstimmen auf die Herrlichkeit, die sie im Tempel erwartet. Auch dieser Bettler sieht zum Boden. So soll es sein.  Eine unsichtbare Grenze wird eingehalten. Er darf hier betteln. Aber er soll die frommen Kreise nicht stören. Hier wird Gottesdienst gefeiert und nicht gejammert.

Viele gehen vorbei. Einige geben. Wie jeden Tag. Zwei bleiben vor ihm stehen und der eine sagt: „Sie uns an!“ Das ist das erste Wunder. Vielleicht haben sie an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter gedacht. Jesus hat es erzählt. Und Jesus hat von einem Priester erzählt, der an einem Mann vorbeiging, der überfallen wurde, der blutete, der nicht mehr aufstehen konnte. Und Jesus hat gesagt, man soll seinen Nächsten lieben. Das soll man an den Taten sehen.

Diese beiden, Perus du Johannes, sie wurden von Jesus angesehen. Sie leben davon, dass Gottes freundliches Angesicht über ihnen leuchtet. Sie haben von Gott gelernt, Menschen zu sehen. Auch ihr Angesicht leuchtet für andere. Auch Jesus hatte sich rühren lassen durch Menschen, die krank waren, und hat sie geheilt.

Offen bleibt die Frage, warum Petrus und Johannes sich gerade diesem Bettler zugewandt haben. Es waren bestimmt noch andere da. Und Petrus und Johannes gingen jeden Tag in den Tempel. Vielleicht haben sie sich an anderen Tagen über andere erbarmt. Wir wissen es nicht. Dem Gelähmten aber, der noch nie stehen und gehen konnte, der sich schämte für sein Leben, ihm wird es egal gewesen sein, warum diese beiden gerade ihn ansprechen. Für ihn ist es ein Wunder: Da sind Menschen, die ihn sehen, und ihn auffordern, sie anzusehen.

„Die Gesunden brauchen keinen Arzt“, hat Jesus einmal gesagt. „Geht hin in alle Welt“ hat Jesus sie einmal ausgesandt. „Geht hin in alle Welt. Sagt ihnen, dass Gott sie liebt, und heilt sie.“ Gott ist auf Augenhöhe mit uns Menschen gegangen. Er hat unser Elend gesehen. Am Kreuz hat ER gesagt „Sieh mich an!“

Das Ansehen der Männer gibt dem Bettler sein Ansehen zurück. Er bekommt seine Würde wieder. Da sind wirklich zwei Menschen an ihm interessiert. Sie sehen nicht weg. Sie sehen hin. Sie wollen nicht ihr Gewissen beruhigen. Sie lassen sich berühren von ihm. Sie lassen ihn an sich heran, indem sie ihm in die Augen sehen. In meiner Vorstellung denken Petrus und Johannes nicht an einzelne Bibelworte. Sie sind nicht einfach gehorsam, ohne Herz, gezwungen sozusagen. Es ist Gottes Geist in ihnen. Jesu Geist ist in ihnen. Gottes Liebe in ihre Herz ausgegossen (vgl. Römer 5,5). Darum halten sie an. Und sie helfen nicht „von oben herab“, mit Distanz. Das hat Gott auch nicht getan. Er ist in unsere Welt gekommen und seine Jünger stellen sich der Welt, in der dieser Mann leben muss.

Einen Menschen wahrnehmen heißt, sich durch ihn berühren lassen, in seine Welt einzutreten. Ihn aufsuchen. Der Bettler vor dem Tempeltor, das man „die Schöne“ nannte, steht für mich für alle Menschen, die im Elend leben. Menschen, die wir im Fernsehen sehen: Flüchtlinge auf Gummibooten. Kinder und Mütter, die ihre Kinder stillen auf den Müllkippen vor der Millionenstadt Manilas. Sie leben im Müll. Sie suchen Kupferdraht oder anderes, das sie verkaufen können. Sie leben von dem, was andere wegwerfen. Wer mag da hinsehen? Wer will das aushalten? Wer will in ihre Augen sehen? Männer, die Mülleimer nach Leergut durchwühlen. Menschen, die ausgegrenzt werden, die man nicht haben will, die man als unrein empfindet. Frauen, die auf der Straße leben. Das ist das erste Wunder: Hier sind zwei Männer, zwei Christen, die den Alltag durchbrechen und Augenkontakt zu einem Menschen in seinem Elend suchen.

Das zweite Wunder: Petrus und Johannes geben, was sie haben!

„Silber und Gold habe ich nicht“ sagt Petrus. „Aber was ich habe, das gebe ich dir! Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher!“ Was wir geben können, entspricht nicht immer dem, was andere erwarten! Aber niemand erwartet, Gott jedenfalls nicht, dass wir geben, was wir nicht haben. Petrus und Johannes wissen, was sie nicht haben, aber sie wissen auch, was sie haben, und das geben sie.

Juan R., der Pastor unserer spanisch sprechenden Tochtergemeinde, erzählte am Donnerstag in einer Sitzung von einer Familie aus Rumänien, die seit zwei Wochen mit vier Kindern in Deutschland sind. Sie haben eine Wohnung in Lohfelden bekommen. Der Mann hat Arbeit als Kraftfahrer hier, darum sind sie gekommen. Aber die Wohnung ist leer: Keine Möbel, keine Einrichtung der Küche, keine Betten. Sofort hat jemand gesagt: „Wir haben da etwas. Wie bekomme ich Kontakt zu der Familie?“ Jemand anders fragte „Wie alt sind die Kinder?“ „14, 12, 8 und 4.“ „Da haben wir was zuhause“, hat er gesagt. Keiner muss geben, was er nicht hat. Petrus und Johannes wissen, was sie nicht haben, aber sie geben, was sie haben.

Tessa W., Mitarbeiterin unserer Jugend, schrieb mir am Freitag eine Email von einer alleinerziehenden Mutter, die krank geworden ist, Schulden hat. Mutter und Kinder „brauchen unbedingt Hilfe“, so ihre Worte. Auch Geld! Viel mehr aber noch Hilfe im Alltag, Babysitter, jemanden, der mit der Mutter Kontakt aufnimmt.  

Den Meisten von uns geht es wohl umgekehrt: Wie gerne würden wir Menschen im Namen Jesu (!) Heilung von körperlichem, sozialem, seelischem Leid zusprechen. Das haben wir nicht. „Gold und Silber aber haben wir!“ könnten wir sagen, anders als Petrus und Johannes. Nicht selten ist es finanzielle Unterstützung, die wir geben können.

Gestern fand die Trauerfeier für eine Schwester unserer Gemeinde statt, die viele Jahre krank war. Eine andere Schwester hat sie fast jede Woche besucht. Gold und Silber hatte sie nicht, und das war auch gar nicht gefragt, das hätte auch nicht geholfen, aber sie konnte es einrichten, dass sie fast jede Woche bei dieser Schwester war. Manchmal brauchen Menschen Gold und Silber, um leben zu können. Finanziell sind heute aber viele auch abgesichert. Was sie brauchen sind vielleicht Menschen, die ihnen Aufgaben abnehmen, die zuhören, die Zeit haben, die mit ihnen mal in die Stadt gehen. Nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe.

Wunderheilungen sind Ausnahmen. Petrus und Johannes haben nicht alle Bettler und Gelähmten geheilt in Jerusalem. Bei diesem wussten sie, dass Gott an ihm handeln wollte. Aber auch die Jünger und ersten Christen konnten nicht alle Kranken heilen. Heilungen im Namen Jesu gab es die ganze Kirchengeschichte hindurch. Aber Christen haben auch Krankenhäuser gebaut, Hospize, Waisenhäuser, Schulen. Die erste Augenklinik in China, die erste Kinderklinik in Indien, die erste Röntgenstation in Korea wurde von christlichen Missionaren erbaut, habe ich gelesen. (Theo Lehmann, Mir fehlt doch nichts, S. 41) Christen haben gesehen, wo Menschen Hilfe brauchen, und gegeben, was sie hatten,  getan, was sie konnten. Was ich nicht habe, das kann ich nicht geben. Auch dann nicht, wenn andere es erwarten! Aber was ich habe, das kann ich geben.

Das dritte Wunder: Der Gelähmte tanzt im Tempel.

Ein Bettler wird zum Beter. „Im Namen Jesu Christi von Nazareth: Steh auf und geh umher!“ sagt Petrus. Im Namen Jesu handeln bedeutet: Ich bin es nicht. Es ist nicht meine Kraft. Ich kann es nicht tun. Die Macht kommt nicht von mir. Aber Jesus schickt mich! Er hat mich beauftragt und ich nehme die Verheißung Jesu in Anspruch. Ich handle in seinem Namen, in seiner Kraft (ohne über ihn verfügen zu können).

Petrus betet, spricht dem anderen die Heilung zu und er handelt, er fasst zu, er bleibt bei dem anderen, bis er aufrecht gehen kann. „Im Namen Jesu Christi von Nazareth: Steh auf und geh umher!“ sagt Petrus. „Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, er sprang auf, konnte gehen und stehen!“ Bitte lasst mich da noch einen Moment bleiben, bevor wir mit dem Gelähmten tanzen. Petrus redet nicht nur, er fasst an. „Ora et Labora“ haben die alten Mönche gesagt: Bete und arbeite.

Fromme Worte allein können eine billige Beruhigung sein. Das ist auch so ein frommes Spiel, wo die Rollen verteilt sind. Der eine erzählt eine Not, öffnet sein Herz, und der andere sagt: „Gott segne dich. Ich bete für dich!“ (Jesus hat nicht gesagt: Ich war im Gefängnis, ich war nackt, ich hatte Hunger, ich war krank ..., und ihr treuen Knechte habt für mich gebetet! Er hat gesagt „Ihr habt mich besucht, ihr habt mir Kleidung gegeben, ihr habt mir Speise gegeben ...)

„Ich bete für dich!“ Das kann auch billiger Trost sein, wie die 50 Cent oder der Euro, den ich einem Bettler in den Beutel schmeiße. Schnell gesagt. Immer das Beste, was man tun kann, oder? Da kann man doch nichts falsch machen: „Ich bete für dich!“. Und dann nichts wie weg. „Aus den Augen aus dem Sinn!“. Ich hoffe, ihr kennt den Unterschied. Zwei Männer haben mir ganz unabhängig voneinander in der letzten Woche gesagt: „Das nehme ich mit ins Gebet.“ Das hat mir gut getan. Das glaube ich ihnen auch. Das war auch kein Ersatz für Nachfrage, echtes Interesse.

Und es gibt andere Situationen, das sagt einer „Ich bete für dich“ und du hättest dir gewünscht, dass er mal Zeit hat, nachfragt, zuhört, dass er fragt, wie er helfen kann. Ich glaube man kann beten, um aus einer Situation heraus zu kommen und sich Menschen vom Hals zu schaffen, und man kann beten, um in eine Situation mit hineinzugehen, mit zu tragen, Gott (und den für den man betet) zu fragen, was man tun kann. Beten darf keine Ersatzhandlung werden. Die einen geben eine Spende und wollen darüber hinaus nichts von den Menschen wissen. Die anderen beten und wollen genauso keinen Kontakt.

Petrus hilft durch Wort und Tat. Er spricht dem Gelähmten im Namen Jesu Heilung zu, aber dann fasst er an, berührt ihn, richtet ihn auf, hilft ihm, dem vielleicht unter Schmerzen das erste Mal im Leben die Beine gerade wurden. Wunder und tätige Hilfe schließen sich nicht aus.

Petrus sagt „Steh auf und geh umher!“ Er macht den anderen verantwortlich. Er soll jetzt aufstehen im Glauben. Er soll aktiv werden. Keiner nimmt ihm die ersten und weiteren Schritte ab. Aber Petrus hilft ihm auf, bleibt bei ihm, bis er aufrecht laufen kann. „Steh auf“ ist übrigens auch im Griechischen das gleiche Wort, das für die Auferstehung Jesu gebraucht wird. Die Kraft ist die Auferstehungskraft Jesu. Jede Heilung ist wie ein Gruß, ein Zeichen aus der Ewigkeit. Ein „schönes Tor“, das auf die Herrlichkeit hinweist. Jede Heilung ist eine Anzahlung auf den Himmel.

Wie viele Jahre hat der Mann hier gesessen? Wie oft hat er gebetet? Wie klein war seine Hoffnung geworden. Was ist das für eine Freude, wenn Gott einem ein neues Leben schenkt! Eine zweite Geburt, eine zweite Chance! Letzten Sonntag kam eine Schwester aus der Gemeinde zu mir. Sie hat viele Bestrahlungen und Chemotherapien hinter sich. Viele haben für sie gebetet! Und jetzt gab das das zweite Mal bei einer Untersuchung das Ergebnis: Keine Metastasen gefunden. Keine Metastasen mehr gefunden! Getanzt hat die Schwester nicht in der Gemeinde, aber sie wollte unbedingt ihre Freude teilen und Gott danken.

So geht es diesem Gelähmten. Er erkennt, dass Gott an ihm gehandelt hat. Zwei Männer sind stehen geblieben, sind nicht einfach weitergegangen. Sie haben sich seinem Elend gestellt. Sie haben Kontakt gesucht. Sie haben sich in die Augen gesehen. Sie haben ihm das Heil im Namen Jesu zugesprochen und haben ihn aufgerichtet. Zwei Menschen haben sich ihm völlig unerwartet zugewandt. Und er erkennt Gott in allem, was sie ihm geschenkt haben. Gott gebraucht Menschen und Menschen erkennen Gott darin, wie sie sich ihnen gegenüber verhalten. Oder sie erkennen Gott auch NICHT darin, wie andere zu verhalten, die schnell einen Euro geben oder schnell versprechen zu beten.

Der Geheilte geht das erste Mal in den Tempel. Und die Leute sehen ihn an, wundern sich. Das erste Mal geht er durch die Tür, die sie die Schöne nennen, an dem er so viele Jahre gesessen hat. Und er dankt Gott und lobt ihn und betet laut. Er läuft im Tempel umher. Alle sollen es sehen, er springt, er tanzt, er hüpft. ER bekennt Gottes tat an ihm!

Wer bist du in dieser Geschichte? Mit dieser Frage will ich schließen. Wer bist du in dieser Geschichte? Stell dir diese Geschichte wie ein Standbild vor. Wo stehst du? Ich lade dich ein, ich bitte dich, einen Platz einzunehmen. Entscheide dich mal für einen Moment. Wer bist du heute, vor Gott?

  1. Bist du der Gelähmte vor dem Tempel der nicht wieder auf die Beine kommt?
    1. Bist du Petrus oder Johannes und willst du dich von einem Menschen berühren lassen?
    2. Willst du heute anfangen, für einen Menschen zu beten und Gott fragen, was du tun sollst?
    3. Vielleicht betest du für jemanden, bist ihm ganz verbunden, und du nimmst dir heute vor: Ich werde bei ihm bleiben, ihm aufhelfen, bis er wieder aufrecht laufen kann?
    4. Oder hast du heute erkannt, was du hast und willst es einem Menschen geben?
    5. Willst du dich heute aufrichten lassen? Steffi C. wird nach dem Gottesdienst hier nebenan im Gebetsraum sitzen. Willst du heute für dich beten lassen?
    6. Oder bist du der ehemals Gelähmte, der Gott danken und loben will, ihm die Ehre geben, sodass es alle sehen und hören?

Bevor wir gleich ein Lied singen, lade ich ein zur Stille. Überlege wer du bist, wo du stehst in dieser Geschichte und sei so vor Gott, sprich ihn an, nimm ihn neben dir wahr. Er sagt dir heute: „Sie mich an!“

 
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