Psalm 139, 13-16 Gott sieht das Leben im Mutterleib

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Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Kassel-Mönchebergstraße

Pastor Norbert Giebel, 14.10.2018

Psalm 139, 13-16 Gott sieht das Leben im Mutterleib

Liebe Gemeinde,
zur Predigt lese ich Psalm 139 die Verse 13-16:

13 Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. 14 Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. 15 Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde. 16 Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.

Psalm 139 ist ein wunderbarer Psalm. Gott wird darin gelobt als allwissend und allgegenwärtig. Gott weiß alles und er ist überall. Es gibt keinen Ort, an dem er nicht ist. Verstecken spielen macht keinen Spaß mit ihm, es sei denn man wird gerne immer wieder und ganz schnell von ihm gefunden.

Gott sieht nicht nur die großen Zusammenhänge. Er hat nicht nur Himmel und Erde geschaffen.  Er sieht jeden Menschen. Er weiß, was er denkt, was er plant, was er sagen will, bevor er es ausspricht. Nichts bleibt ihm verborgen. Und dieses Wissen Gottes über jeden von uns und alles von uns ist überhaupt nicht, auch nicht im Allergeringsten, bedrohlich. Es ist wunderbar. Es gibt uns Halt. Gott teilt die kleinsten Winkel und Wege unseres Lebens mit uns. Wenn wir sündigen, das ergänze ich einmal zu dem Psalm, wenn wir sündigen, bleibt er draußen vor der Tür. Da macht er nicht mit. Da gehen wir von ihm weg. Aber sobald wir wieder herauskommen, ist er da, will uns gnädig sein, möchte uns vergeben, will uns reinigen, helfen, Sünde zu lassen und mit unserem Leben fertig zu werden.

Und die Freude, das Staunen, die Dankbarkeit in Psalm 139 geht zurück bis vor die eigene Geburt. Nicht erst, als ich das erste Mal geschrien habe, sondern schon als mein Körper und meine Organe im Leib der Mutter noch gebildet wurden, da hat er mich schon gesehen und geliebt, sich auf mich gefreut. Er hat mein Leben schon vor sich gesehen, was noch kommen sollte. Viele wunderbare Tage. Im jüdischen Talmud heißt es (Nida 30b): „Es gibt keine Tage, in denen der Mensch mehr Wonne erlebt als in den Tagen im Mutterleib!

Gott sagt dem Propheten Jeremia: "Ehe du aus dem Mutterleib hervorkamst, habe ich dich geheiligt und zum Propheten für dieNationen eingeetzt!" (Jeremia 15,10)

„Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin!“ Das muss nicht bedeuten, dass kein Baby so niedlich war wie ich! Das muss auch nicht bedeuten, dass ich eine Top-Figur habe, den Ansprüchen meiner Kultur und meiner Mitmenschen genüge, oder dass ich besonders begabt, schön, reich, sexy und erfolgreich bin. Ich bin wunderbar gemacht, weil ich ein Wunder bin! Weil ich von Gott geliebt bin. Weil er mich als sein Ebenbild geschaffen hat, als ein Mensch, dem er Leben geschenkt hat und der im Gegenüber zu Gott leben darf. Das ist wunderbar.

Wunderbar gemacht sind nicht nur die Schönen und Perfekten. Wer will denn festlegen, was schön und perfekt ist!? Wer setzt den Maßstab?! Sind nur die wunderbar gemacht, die schnell laufen können, die in der Schule gut mitkommen, die keine Krankheit haben und immer Erfolg?! „Ich bin wunderbar gemacht.“ Das darf auch ein Kind sagen mit den so genannten Down Syndrom, oder einer mit Marfan-Syndrom, der überlange Knochen hat. „Ich bin wunderbar gemacht.“ Das darf auch jemand sagen, der von Kind an einen Herzfehler hat oder ein Mensch mit tausend Allergien oder ein Kind, das nie laufen oder sprechen lernt. Wer möchte ein anderes Urteil als Gott treffen und einem Menschen sagen „Dich brauchen wir nicht“, „Du bist nicht wunderbar“?! Wer möchte einem Menschen mit Behinderungen sagen, er sei weniger wunderbar geschaffen? Ist das nicht ein Trost gerade dann, wenn wir an unsere Fehler denken, an unsere Schwächen, unsere Krankheiten und Grenzen: „Du warst schon da, als ich in meiner Mutterleib gebildet wurde! Du liebst mich wie ich bin und willst mich von Anfang an!“!?

Vielleicht sind Menschen mit Einschränkungen geradezu Propheten! Propheten Gottes in dieser Welt, die uns zeigen, worauf es ankommt: Lieben und geliebt werden. Sich beschenken lassen. Würdig leben. Barmherzigkeit erleben. Wer sagt denn, dass Menschen, die ihr ganzes Leben auf Erfolg setzen, die sich nur über ihre Leistung definieren, oder Menschen, die nicht lieben können oder sich nicht lieben lassen können, wer möchte sagen, dass sie weniger behindert sind?! Gott sieht die Menschen wie sie im Mutterleib werden. Er selbst gestaltet sie. Er schenkt ihnen das Leben. Und niemand hat das Recht, ihnen das Leben zu nehmen.

"Herr, du hast mich aus dem Leib meiner Mutter gezogen. Schon an ihrer Brust hast du mir Geborgenheit geschenkt. Du bist mein Gott seitdem mein leben im Mutterleib begann!" (Psalm 22.10)

Um Abtreibung geht es heute. Schwangerschaftsabbruch. Das ist kein Thema, mit dem ich mich gerne beschäftige. Das gebe ich zu und bin nicht stolz darauf. Das ist schon gar kein Thema, mit dem ich mich oft beschäftige. Das wird den Meisten von uns so gehen. Wer damit nicht direkt zu tun hat, holt es sich auch nicht auf seine Tagesordnung.

Kaum ein Thema ist emotional so aufgeladen. Notvolle Situationen von Frauen, die schwanger sind. Frauenrechte – mein Leib gehört mir! – gegen das Lebensrecht von ungeborenen Kindern. Pauschale Verurteilungen gegen Abtreibungsgegner oder gegen Frauen, die abgetrieben haben. Aber es ist ein großes, wichtiges ethisches Thema unserer Zeit. Und ich glaube, dass wir Christen dadurch herausgefordert sind!

In einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen werden im März 2018 statistische Zahlen für 2017 genannt. (faz.net 6.3.18)

  • Demnach gab es in Deutschland 2017 rund 101.200 Schwangerschaftsabbrüche. (Von der Zahl her halb Kassel)
  • Die meisten der Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen ließen, seien zwischen 18 und 34 Jahre alt. Mit insgesamt 72 Prozent stellten sie die größte Gruppe.
  • Der Anteil der unter 18-Jährigen lag nur bei 3 Prozent. Abtreibungen bei Jugendlichen machen einen geringen Bruchteil aus.
  • Rund 8 Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter. Das sind 8000 Abtreibungen, im Verhältnis immer noch eine kleine Gruppe.
  • Es sind öfter ledige Frauen, die abtreiben, als Verheiratete oder Frauen, die schon Kinder haben.
  • Rund 1000 Frauen sind aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen. Besonders aus Polen, wo das Abtreibungsrecht sehr streng ist und Frauen nur nach einer Vergewaltigung oder bei Gefahr für ihr eigenes Leben die Schwangerschaft abbrechen dürfen.
  • Umgekehrt fahren viele Frauen aus Deutschland zu Spätabtreibungen, die hier verboten wären, nach Holland.
  • Medizinische Gründe oder eine Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts in 4 Prozent der Fälle die Begründung des Schwangerschaftsabbruchs. Die Gesundheit der Frau oder die des Kindes sind also im Verhältnis seltener der Grund.
  • 96 Prozent der Abbrüche geschehen aus sozialen Gründen. Die werdenden Mütter lassen sich von einer anerkannten Beratungsstelle oder einem Arzt beraten. Danach können sie entscheiden.

Die überwiegende Mehrzahl der Abtreibungen wird sozial begründet. Die Ausbildung ist noch nicht fertig.  Die Eltern des heranwachsenden Kindes können sich keine bleibende Beziehung vorstellen. Die Wohnung ist zu klein. Das werdende Kind passt nicht in die Lebensplanung.

Die Möglichkeit, das Neugeborene zu einer Adoption frei zu geben, wird verworfen. Die Einschränkungen während der Schwangerschaft sind zu groß. Das geborene Kind dann herzugeben, wäre doch vielleicht zu schwer. Und man kommt in Erklärungsnot: Freunde, Nachbarn, Verwandte, Kollegen, alle werden die Schwangerschaft bemerken. Soll man ihnen etwa sagen, dass man das Kind dann zur Adoption frei gegeben hat? Oder in eine Babyklappe gelegt hat, wie es auch in Kassel im Marienkrankenhaus möglich ist? Ein Kind auszutragen und es dann zur Adoption frei zu geben wird in der Gesellschaft weit weniger respektiert als ein Kind abzutreiben. Obwohl es gerade für Neugeborene viele adoptionswillige Paare gibt. Eine Abtreibung merkt keiner. Ein eigenes Baby aber abzugeben, das ist schambesetzt, das wird verurteilt, solche Mütter scheinen herzlos zu sein. Nur Rabenmütter geben ein Neugeborenes weg.

Eine wichtige Frage in dem Ganzen ist: Wann beginnt das Leben? Biologisch gesehen beginnt neues Leben, wenn Ei- und Samenzelle verschmelzen. Ist das aber schon ein Mensch? Muss man dieses Leben schon schützen? Nicht nur Christen, auch andere Religionen sind traditionell der Meinung, dass jedes heranwachsende Leben im Mutterleib geschützt werden muss. Im Judentum, im Islam, Hinduismus und Buddhismus werden Abtreibungen verurteilt.

Die Frage, ob werdendes Leben schon Leben ist, gab es schon immer. Hippokrates, der „Urvater aller Ärzte“, nimmt schon im 5. Jh. vor Christus in Griechenland seinen Schülern den Eid ab, auch ungeborenes Leben zu schützen. In der Reformationszeit haben sich Luther und Calvin für den Schutz des Gezeugten ausgesprochen. Im letzten Jahrhundert haben namhafte evangelische Theologen wie Dietrich Bonhoeffer oder Karl Barth die Tötung der Frucht im Mutterleib als Mord bezeichnet. (Bonhoeffer Ethik, 5. Aufl., 118; Bard KD II/4, 2. Aufl., 481)

Kinder sind eine Gabe des Herrn und Leibesfrucht ist ein Geschenk!“ zitiert der Theologe Wolfgang Trillhaas aus Psalm 127,3. Er schreibt: „Jede Beseitigung der Leibesfrucht ist beabsichtigte Tötung. Sie wird nicht im rechtlichen Sinn als Mord anzusprechen sein; denn das geltende Recht kennt die Person nur von Geburt bis zum Tode. Die theologische Beurteilung weicht davon ab, denn der Embryo (...) hat menschliches Leben in sich.“ (Ethik, 3. Aufl., 211)

Wie immer man eine Abtreibung rechtlich einordnet, es bleibt die ethische Frage, ein moralisches Fragezeichen, warum in einem reichen Land wie Deutschland über 90.0000 Embryonen pro Jahr aus sozialen Gründen abgetrieben werden.

In einer gemeinsamen Erklärung der Katholischen Kirche und der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD 1989 heißt es: „Es gibt keinen Grund, die Aussagen über Gottesebenbildlichkeit bzw. Würde des Menschen nicht auch auf das vorgeburtliche Leben zu beziehen oder ihm den Anspruch gleichen Schutzes wie für das geborene Leben zu verweigern.“ (...) „Schwangerschaftsabbruch soll nach Gottes Willen nicht sein!

Weiter fordert eben diese Erklärung „Gott ist ein Freud des Lebens“ 1989 dringend eine Bewusstseinsänderung und praktische Hilfsangebote für Schwangere oder junge Mütter. Von einem Hilfsangebot, der Initiative 1000plus, werden wir nach der Predigt hören. Christen übernehmen Verantwortung. Es geht nicht um das richtige Urteil oder sogar Verurteilung. Es geht um Hilfe, um Beistand, Alternativen lebbar zu machen.

Die Katholische Kirche steht auf der Linie der gemeinsamen Erklärung von 1989. In der Evangelischen Kirche gibt es auch andere Stimmen, Forderungen, die Rechte der Frauen stärker in den Vordergrund zu stellen. Die Frauen allein können und müssen entscheiden, ob sie in ihrer Lebensphase einem Kind gerecht werden können. Seit 2008 gibt es jedes Jahr in Berlin einen „Marsch für das Leben“. 2017 haben mehr als 6000 Abtreibungsgegner teilgenommen. Am 22. September startete der Marsch für das Leben in diesem Jahr vor dem Reichstag. Jedes Jahr finden sich auch Gegendemonstranten ein. 2017 beklagte ein evangelischer Journalist anschließend, dass die Evangelische Kirche nicht klar auf der Gegenseite gestanden hat. Die Abtreibungsgegner hätten ein „frauenfeindliches patriarchalisches Menschenbild“. Schwangerschaftsabbrüche zu verbieten oder auf wenige Ausnahmen einzugrenzen sei eine „religiöse Bevormundung“.

Wann beginnt das Leben? Ich erspare es uns, Embryonen etwa in der 10 Woche zu zeigen. Von ihrem Körper ist alles da, was einen Menschen ausmacht. In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zur 12 Woche straffrei. Da gilt das Beratungsgesetz. Nach einer Beratung kann die Mutter entscheiden. Knapp 4 Prozent der Abtreibungen 2017 waren Spätabtreibungen. In der Mehrzahl Kinder, die vermutlich mit einer Behinderung auf die Welt gekommen wären.

Mit einer Messung der Nackendichte ab der 11 Woche kann festgestellt werden, ob es eine erhöhte Wahrscheinlichkeit gibt, auf Trisomie 21 (Down-Syndrom). Das ist keine Diagnose. Allein das Risiko wird eingeschätzt. Dennoch entscheiden sich daraufhin 90% der Eltern für den Abbruch. 1997, als ich noch in Stuttgart Pastor war, ging ein tragischer Fall durch die Presse. Später sprach man von dem „Oldenburger Baby“ oder von dem Jungen Tim.

Zitat Achim Wüsthof, ZEIT online, 12. März 2008:

Der Junge war Anfang der 25. Schwangerschaftswoche abgetrieben worden, nachdem Ärzte ein Down-Syndrom bei ihm festgestellt hatten. Doch das Baby atmete, als es auf die Welt kam. Neun Stunden lag es in Tücher gehüllt im Kreißsaal, kühlte auf 28 Grad ab und starb nicht. Erst dann wurde eine Frühgeborenenbehandlung begonnen. Das Kind überlebte.
Gegen den verantwortlichen Gynäkologen wurde auf Betreiben von Hubert Hüppe (Ergänzung: CDU-Abgeordneter im Bundetag) ein Strafverfahren eingeleitet.
Die Eltern des »Oldenburger Babys«, das gegen ihren Willen überlebte, (...) verklagten den verantwortlichen Arzt wegen ihres persönlichen Leids auf Schmerzensgeld. Aus ihrer Sicht war der Auftrag des Abbruchs schlichtweg nicht erfüllt worden.

Hubert Hüppe fordert deine Verschärfung der Gesetze: „Der Lebensschutz des Kindes wird der Befindlichkeit der Eltern untergeordnet«, moniert der Bundestagsabgeordnete. Ein Parteikollege, Johannes Singhammer, beschreibt die aktuelle Praxis als »skandalös«. Er fordert nach dem „Fall Tim in Oldenburg: „Es darf einfach nicht sein, dass ein Kind aufgrund einer zu erwartenden Behinderung abgetrieben wird – und dann auch noch nahe am Geburtstermin

10 Jahre später, 2008, forscht ein Redakteur der ZEIT, was aus Tim geworden ist. Ich zitiere:

Weil die Eltern mit dem schwerstbehinderten Baby nichts zu tun haben wollten, blieb für den Jungen das Krankenhaus ein Dreivierteljahr lang sein Zuhause. Dann aber entdeckten Bernhard und Simone Guido das Baby. Das Paar suchte ein Pflegekind – eigentlich ein Mädchen ohne Behinderung. »Doch als Tim uns mit seinen blauen Äuglein angeguckt hat, da war es um uns geschehen«, sagt Simone Guido.

Die Unterversorgung in den ersten Stunden hat zu weiteren Behinderungen geführt. Die Berichte der Pflegeeltern aber sind sehr berührend. Tim war das dritte Pflegekind, inzwischen haben sie vier Kinder. Die ZEIT zitiert die Vater:„Wenn ich nach Hause komme und die Kinder da so glücklich erlebe, bin ich sehr froh, dass wir das gemacht haben“, sagt Bernhard Guido.

Abtreibung ist nicht mein Lieblingsthema. Ich habe glaube ich das erste Mal in 27 Pastorenjahren dazu so ausführlich gesprochen. Ob das eine Schande ist, können andere beurteilen. Vielleicht hat einigen diese Predigt gar nicht gefallen. „Ich bin heute gar nicht getröstet worden“ sagen sie vielleicht. Stimmt. Darum ging es mir heute auch nicht.

Es gab und es gibt in jeder Gesellschaft, in jedem Volk, immer wieder einmal Themen, die nicht schön sind, die nicht trösten, die im Detail schrecklich sein mögen, die aber absolut wichtig sind.

Trösten möchte ich höchstens die Frauen in Konfliktsituationen und die Frauen, die abgetrieben haben. Ich kenne mindestens eine Christin und eine Nichtchristin, die nach viele Jahre später darunter leiden, abgetrieben zu haben.

Was würdest du tun, wenn du jetzt in deiner Lebenslage erfährst, dass du ein Kind mit schweren Behinderungen auf die Welt bringen wirst? Da gehört Mut zu, Glaube, Vertrauen, ein geistlich oder körperlich krankes Kind sein Leben lang zu begleiten. Und was würdest du tun, wenn dues dir zutraust, dein Partner oder deine Partnerin, die Mutter, es sich aber nicht zutraut? Müssen nicht beide ein Ja zum Kind finden? Ich denke, es gibt schwere Situationen, in denen eine Antwort nicht leicht ist und in denen, egal wie die Antwort ausfällt, die Mütter es oft alleine ausbaden müssen.

Das wäre schon ein Gewinn, finde ich, wenn wir in jedem Baby und in jedem Menschen mit Behinderungen einen Propheten Gottes erkennen würden, der uns zeigt, worauf es im Leben ankommt: Lieben. Geliebt werden. Würdig leben. Freude am Leben haben.

Gott hat seine Nieren bereitet und ihn gebildet im Mutterleibe.
Er ist wunderbar gemacht, das erkennt meine Seele.
Gottes Augen sahen ihn, als er noch nicht bereitet war.
Und alle Tage waren in sein Buch geschrieben,
die noch werden sollten und von denen keiner da war.

Amen.

Lesenswert zu Rechtsfragen und Entwicklungen in den Kirchen:
Jens Motschmann, Evangelische Kirche und Lebensrecht, Gemeindenetzwerk, April 2010, im Intenet.

 
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