Lukas 1, 5-25 Mit Zacharias Advent feiern

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Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Kassel-Mönchebergstraße
Norbert Giebel 1. Advent 02.12.2018

 

Lukas 1, 5-25      Mit Zacharias Advent feiern

Ihr Lieben,

heute geht es um Zacharias, den Vater von Johannes dem Täufer. Aber ehrlich gesagt geht es mir gar nicht in erster Linie um ihn. Es geht mir um uns. Um mich und um dich: Wie wir Advent feiern, wie wir in dieser Zeit vor Gott stehen, darum geht es mir. Mit dieser Frage, mit diesem Ziel, möchte ich Zacharias ansehen. Der Bericht über ihn fängt so an. Ich lese Lukas 1, Verse 5 und 6:

5 Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester von der Ordnung Abija mit Namen Zacharias, und seine Frau war von den Töchtern Aaron, die hieß Elisabeth. 6 Sie waren aber alle beide gerecht und fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig.

Zacharias und seine Frau kommen aus altem Priestergeschlecht. Elisabeth, seine Frau, kann ihre Ahnen sogar bis zu Aaron, den Begleiter von Mose, zurückführen. Zacharias gehört zur Priesterabteilung Abija. 24 Priestergruppen gab es, schon seit David. Also alles bei Zacharias und Elisabeth ist sehr ehrwürdig.

Und beide, Elisabeth und Zacharias, haben ihren Glauben ernst genommen. In allen Lebensbereichen haben sie gefragt, was Gottes Wille ist. Sie kannten seine Gebote und sie lebten danach. Sie waren treu im Gebet und sie haben gerecht gelebt. Sie haben gerecht zu anderen Menschen gelebt: Geholfen, geteilt, anderen beigestanden. Alles super. Echt, wirklich echt fromme Leute.

Auf uns übertragen könnte man sagen Baptisten mindestens in dritter Generation. Oder Lutheraner oder Pfingsten oder Katholiken, egal: Auf jeden Fall treue Christen, die ganz in ihrer Tradition, in ihrer Kirche zuhause sind. Super Leute.

Jede dieser 24 Priesterabteilungen war zwei Wochen im Jahr für den Ablauf im Tempel zuständig. Da gab es einen klaren Dienstplan. Ansonsten gingen die Priester auch anderen Berufen nach. Aber zwei Wochen dienten sie am Tempel, haben alles gereinigt, Gebete gesprochen, Opfer dargebracht, Tiere geschlachtet, Psalmen gesungen. Priester stehen für den geordneten Tempelablauf. Alles hat seine Ordnung. Alles so wie immer. Bis hin in die Kleidung, in die Waschungen, alles seit vielen Jahrzenten, wie es immer läuft.

Gott sei Dank für solche frommen treuen Menschen. Und bestimmt sind viele hier, die auch ihre Adventszeit jedes Jahr gleich feiern: Kerzen, Tannenduft, selbstgebackene Kekse, vertraute Advent- und Weihnachtslieder. Am 24. kommen die Kinder, am 25. geht es zu den Schwiegereltern. Alles wie immer. So kann man Advent feiern und das ist gut so. Vielen Menschen hilft gerade das Immer-Gleiche den Immer-Gleichen, Gott, zu feiern, auf Jesus zu warten und ganz neu froh in ihm zu werden.

Ich lese weiter Vers 7:

7 Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren hochbetagt.

Elisabeth und Zacharias haben eine Wunde im Leben. Da gibt es etwas, das immer wieder weh tut. Nicht seit ein paar Jahren, sondern seit Jahrzehnten. Unendlich oft haben sie gebetet, geweint, gehofft, gezweifelt, Gott nicht verstanden: Warum gerade sie? Und warum hilft er nicht?

Ich bin sicher: Solche haben wir auch heute hier. Ich vermute, es sind mehr als wir denken. Treue fromme Menschen, die beten, die Gott in ihrem Leben dienen und die eine Wunde, einen Schmerz in ihrem Leben haben. Tausend Mal haben sie gebetet. Ungezählte Male haben sie darüber geweint. Vielleicht ein Schmerz, der sie manchmal tagelang lahm legt.

Kein Kind bekommen zu können, war damals eine viel größere lasst als heute. Eine Scham. Eine Schande. Kein Kind bekommen zu können ist heute noch für viele Paare ein Schmerz. Man trauert. Es ist wie ein Loch im Bauch. Es belastet die Beziehung, die Partnerschaft. Und immer wieder fällt es schwer andere Eltern fröhlich mit ihren Kindern umgehen zu sehen.

Andere haben andere Wunden. Ein krankes Kind. Einen kranken Partner. Zerrissene Beziehungen zu den Eltern oder zu Geschwistern. Schmerzvolle Krankheiten, die immer wieder kommen. Tagelange Migräne. Andere haben traurige Seelen, immer wieder Erschöpfungen, Depressionen oder eine Sucht. Ich bin sicher, wir haben Menschen hier, die wie dieser Zacharias oder wie diese Elisabeth ihren Advent feiern. Fest mit Jesus verbunden aber mit einer sehr schmerhaften Wunde.

Was kann ich dazu sagen? Ich wünsche dir, dass du genauso Advent feierst, wie du bist. Ohne eine künstliche Freude. Dass du dich nicht verstellst, nichts vor Gott versteckst. Dass du weinst, wenn der Schmerz kommt, und dass du dich dennoch aus ganzem Herzen an Jesus freuen kannst. Gott ist denen nahe, die ein zerbrochenes Herz haben! (Ps 34,18) Bei denen ist er schon angekommen. Bei dir ist er jeden Tag. Jede Stunde. O, Du, Fröhlicher!

Ich lese Verse 8-10:

8 Und es begab sich, als Zacharias den Priesterdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an der Reihe war, 9 dass ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn. 10 Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucheropfers.

Das war ein Höhepunkt in Leben von Zacharias. Von allen Aufgaben, die die Priester zu erfüllen hatten, wenn sie ihre Dienstwochen hatten, war es die höchste Aufgabe, das Räucheropfer darzubringen. Wer es jeweils machte, das wurde gelost. Um das Räucheropfer darzubringen durfte der geloste Priester in den Tempel hinein gehen. Nicht in das Allerheiligste, wo die Bundeslade stand. Da war noch ein Vorhang davor. Nur der Hohepriester ging ein Mal im Jahr in das Allerheiligste. Aber der Räucheraltar war nur durch den Vorhang von der Bundeslade getrennt. Mit dieser Lade, mit diesem uralten Kasten, verband man die Gegenwart Gottes. Gott ist größer als der Tempel, das war klar. Aber man stellte sich vor, dass seine Füße auf der Lade ruhten. Wenn man irgendwo sicher sein wollte, dass Gott da ist, dann hier.

Zacharias stand vor dem Räucheraltar und das ganze Volk betete draußen. Er legt Holz und Kohle auf. Er bereitet die wohlriechenden Kräuter vor. Er vermischt sie mit Weihrauchstückchen. Das Räucheropfer ist ein Duftopfer. Der ganze Tempel soll von diesem Duft erfüllt sein. Entschuldigt den Vergleich: Aber vielleicht so, wie ein ganzes Haus von dem Duft erfüllt sein kann, wenn Kekse gebacken werden. Das riecht man bis in den letzten Winkel.

Dann ist die Glut heiß. Rauch steigt auf und erfüllt den Raum. Zacharias liebt seinen Dienst am Tempel! Das gibt ihm Halt. Die uralten Riten und Symbole bedeuten ihm viel. Zacharias fühlt sich Gott ganz nahe.

Einmal im Jahr einen richtig schönen Gottesdienst zu Heiligabend, mit Krippenspiel und „O Du fröhliche“ am Ende. Das ist es, was sich viele Christen wünschen. Dann wissen sie: „Gott ist Mensch geworden. Gott kommt auch in mein kleines Leben.“ – Das ist vielleicht der Moment, den Zacharias hier erlebt.

Ich lese Vers 11 bis 17:

11 Da erschien ihm der Engel des Herrn, der stand an der rechten Seite des Räucheraltars. 12 Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überfiel ihn. 13 Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Johannes geben. 14 Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. 15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. 16 Und er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. 17 Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.

Mit einem Engel hat Zacharias bestimmt nicht gerechnet. Dass Gott ihn direkt und ganz klar anspricht, damit hat er nicht gerechnet. Zacharias erschrickt. Angst überfällt ihn. ER steht vor GOTT. Vor einem Engel, okay. Aber durch diesen Boten Gottes steht er vor Gott. Da wird alles andere egal. Da wird alles andere klein: Wer er ist, was er geleistet hat, sein Dienst im Tempel. Zacharias steht wie nackt vor Gott. Alles spielt keine Rolle mehr: Nur er und Gott. Und Zacharias erschrickt.

Tatsächlich glaube ich, dass das auch ein sehr angemessene Art ist, Advent zu feiern, vor dem lebendigen Gott zu erschrecken. Nicht mit Angst, das wäre schade. Aber voll Ehrfurcht. Zu wissen, Gott ist da und ich bin da. Vor ihm. Mit meinem ganzen Leben. Wenn du einen solchen Moment erlebst, wo du vor Gott stehst und eine tiefe Ehrfurcht dich packt, wo dein ganzes Leben dieser wunderbaren großen Begegnung untergeordnet wird, dann danke Gott, genieße diesen Moment, weine oder jubele vor Freude und hör zu, was Gott dir zu sagen hat! Momente voller Ehrfurcht sind Chancen für etwas ganz Neues im Leben.

Fürchte dich nicht, denn dein Gebet ist erhört!“ Gibt es einen schöneren Satz auf dieser Welt als diesen einen? Dass Gott sagt „Fürchte dich nicht!“ und dass er hier Zacharias sagt „Dein Gebet ist erhört! Ihr werdet Eltern werden!“ „Dein Schreien ist zu Gott gekommen. Siehe, er wird dir helfen, er wird dich heilen, er wird dir geben, was dein Herz begehrt!“ „Gott wird deine Trauer und Freude wandeln!“

Wie gerne wäre ich ein Engel, dem Gott diesen Auftrag gibt und diese Kraft, dass ich hier durch die Reihen gehen könnte und jedem sagen könnte: „Fürchte dich nicht! Gott hat dein Gebet erhört! Heute ist der Tag des Heils!“ Ich will und kann nicht sagen, dass das immer so ist, dass alles im Leben gut wird. Es wird sie weiter geben, die Christen, die Advent und Weihnachten feiern so wie immer. Vier Kerzen, Kekse und „O du fröhliche“. Und sie freuen sich an Jesus. Es wir sie weiter geben, Christen, die wund sind, die jeden Tag zu tragen haben, denen das Leben auch weh tut. Und auch sie freuen sich an Jesus. Aber die wird es auch geben: Menschen, denen Gott eine neue Tür öffnet. Menschen, die erleben, dass Wunden heilen. Menschen, die „ein Kind bekommen“: Neue Hoffnung! Zukunft! Perspektive. Ein Wunder in ihrem Leben. Die gibt es heute auch unter uns: Menschen, die Gott wunderbar beschenkt hat, die erzählen können, wie wunderbar Gott sie geführt hat! Auch sie feiern mit Zacharias Advent.

Zu dem Kind, das geboren wird, werden große Worte gesprochen: Er soll Johannes heißen. Das heißt „Gott ist gnädig!“ Er wird seinen Eltern Freude machen. Er wird groß sein für den Herrn. Wodurch wird er groß sein für Gott? (1) Er wird sich aussondern, vieles in diesem Leben nicht mitmachen, anders leben, auf Alkohol verzichten z.B., in der Wüste leben wie einst der Profet Elia. (2) Er wird den Heiligen Geist empfangen. Gott wird in ihm wohnen. Er wird schon als Kind eine enge Beziehung zu Gott haben. (3) Er wird ein Bußprediger werden. Viele werden sich aufgrund seiner Predigt zu Gott bekehren.

Auch irgendwie auch schade: Er wird kein Priester. Er wird Prophet. Er wird nicht in Vaters Fußstapfen treten. Priester stehen für die Tradition. Propheten hinterfragen die Tradition, Propheten sagen Neues an, rütteln wach. So einer wird Johannes werden. Eltern können sich eben nicht alles von ihren Kindern wünschen. Manchmal hat Gott mit Kindern andere Wege zu gehen.

Ich lese Vers 18:

18 Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt und meine Frau ist hochbetagt.

Zacharias hüpft nicht vor Freude. Da kommt kein Halleluja. Das kommt zu plötzlich. Das kommt zu spät. „Früher, Gott, da haben wir dich gebeten. Jetzt ist der Zug abgefahren. Nichts mehr zu machen. Du kommst zu spät. Du hast deine Chance gehabt. Du selbst hast uns einen anderen Weg geführt. Jetzt sind wir zu alt.“

Ich weiß nicht, wie oft Gott das erlebt, dass er Gebete erhört, dass er neue Türen öffnet, und dass seine Kinder ihm sagen: „Jetzt nicht. So nicht. Jetzt nicht mehr. Es ist zu spät, Gott.“ „Engel! Dein Wort allein, das reicht mir nicht. Das kann nicht sein. Das will ich nicht. Ich habe mich jetzt eingerichtet in meinem Leben.“ Zacharias will sich nicht öffnen für diese neue Perspektive, obwohl sie von Gott kommt.

Es gibt Menschen, die sind fromm und treu, solange alles seine Ordnung hat. Aber dann etwas ganz Neues wagen, das überfordert sie. Da fehlt ihnen der Glaube! Vielleicht bin ich selbst auch öfter als ich denke so einer. Manchmal führt Gott Menschen an Wegscheiden, an Kreuzungen in ihrem Leben, und es soll etwas Neues beginnen. Oder er führt ganze Gemeinden an solche Punkte, dass sie etwas ganz Neues beginnen sollen. Natürlich muss man erst mal prüfen, ob es wirklich von Gott kommt. Dazu kann man beten, reden, den Verstand einsetzen. Aber wenn man dann weiß – so wie hier Zacharias! – dass Gott gesprochen hat, dann muss man glauben und aus dem Glauben neu handeln.

Das weiß ich nicht, ob wir heute Menschen hier haben, zu denen Gott gesprochen hat. In der letzten Zeit, heute, vielleicht in den nächsten Wochen. Ich nehme an, das heute auch jemand hier ist, zu dem Gott geredet hat und der genau weiß, was er zu tun hat. Er weiß es. Aber ich weiß es nicht. Aber wenn Gott zu dir spricht, mach nicht den Fehler von Zacharias und halte am Alten fest. Gott sucht unseren Glauben, wenn er redet.

Ich lese Verse: 19 – 22:

19 Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen. 20 Und siehe, du wirst verstummen und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit.
21 Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. 22 Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden; und sie merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm.

Ist das eine Strafe, dass Zacharias neun Monate nicht sprechen kann? Oder ist es ein Segen? Eine Chance für ihn? Den Moment stelle ich mir schon sehr blöde vor, sehr traurig: Zacharias kommt aus dem Tempel, er hat eine große Gotteserfahrung gemacht, und er kann davon nicht erzählen. Er steht sozusagen ganz allein der ganzen Gemeinde gegenüber, voll berührt, immer noch voller Ehrfurcht, und er kann es nicht sagen, er kann es nicht vermitteln. Die Leute wundern sich über ihn. Zacharias bleibt ihnen fremd.

Kurze Zeit später zeigt es sich, dass Elisabeth tatsächlich schwanger ist. In ihrem Alter! Seiner Frau muss Zacharias sich irgendwie mitgeteilt haben. Immerhin wusste sie, dass das Kind Johannes heißen sollte. Das kommt später im Text. Die Verwandten verstehen das nicht. Es ärgert sie. Gerade diese beiden haben so zuverlässig für die Tradition gestanden. Niemand in der Familie aber hat vorher Johannes geheißen. So geht das nicht. Er muss als Erstgeborener nach seinem Vater heißen.

Aber mit Zacharias und Elisabeth ist etwas passiert in der Zeit. Sie sind sich einig. Sie gehen Gottes neuen Weg mit. Auch Zacharias wird gefragt von den Verwandten „Wie soll er heißen“ und er schreibt den Namen auf eine Tafel: „Johannes! Gott ist gnädig!“ Und dann kann er wieder sprechen. Seine Sprache ist wieder da.

Ich glaube, diese Zeit des Schweigens war auch ein Segen für Zacharias. Das ist auch vielleicht eine Super-Idee für die Adventszeit: Still zu sein vor Gott. Nur hören. Eigene Worte lassen. Einfach bei Gott still werden. Ihn machen lassen. Adventszeit als Fastenzeit für eigene Bitten und eigene Widerreden.

Neun Monate konnte Zacharias nicht widersprechen, nicht diskutieren, seine Sicht der Dinge nicht in Worte fassen. Er konnte nur still halten. Und offensichtlich hat Zacharias diese Zeit genutzt oder Gott hat sie für ihn genutzt. Das ist ein anderer, ein mutiger Zacharias, der jetzt wieder das Wort ergreift. Schweigen, still vor Gott zu sein, das kann ein Zeichen für neue Offenheit sein. Vielleicht ein Weg zu einem neuen Vertrauen und zu einem neuen Reden.

Ich finde, man kann sehr verschieden mit Zacharias Advent feiern.

  1. Ich wünsche den ganz Traditionellen unter uns, dass sie auch in dieser Adventszeit wieder zur Freude an Jesus finden. Ihr seid zu beneiden.

  2. Ich wünsche denen, die Leid tagen, denen das Leben weh tut, dass sie mit ihrem Schmerz zu Jesus gehen und Freude in ihm finden. Vielleicht können sie ihren Schmerz bei ihm umarmen lernen und sagen „Das gehört zu mir. Und mit meinem Schmerz gehöre ich zu Jesus!“

  3. Ich wünsche den ganz Aktiven, dass sie mitten in ihrem Dienst dem Lebendigen begegnen, dass Gott sie anspricht und sie eine tiefe Freude in Jesus finden.

  4. Ich wünsche denen, zu denen Gott gesprochen hat oder die er in dieser Zeit besonders berühren wird, dass sie Glauben haben und den Mut mit Gott neue Schritte zu gehen.

  5. Ich wünsche denen, die keine Worte mehr finden, die Gott auf die Wartebank gesetzt hat, die nur noch schweigen können, dass sie Zeit mit Gott haben, Mut zur Stille, zum Nichtstun und warten, und dass Gott ihnen neue Worte schenkt, ihnen sozusagen ein Kind schenkt, neue Hoffnung im Leben.

Wer du auch bist in dieser Geschichte von Zacharias,
das ist sicher.
            Du darfst kommen wie du bist.
            Du stehst vor Gott wie du bist.
            Jesus kommt auch zu dir.
            Er wird dich segnen.

Amen.

Hinweis auf Gebetsangebot nach dem Gottesdienst.

 
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