Lukas 2, 8-20 Die Hirten sind wir

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Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Kassel-Möncheberg 24.12.2018
Predigt zum
Heiligabend von Pastor Norbert Giebel

Lukas 2, 8-20 Die Hirten sind

Ihr Lieben,

wer sind wir eigentlich in der Weihnachtsgeschichte?

  • Jesus sind wir nicht. Klar. Die Rolle ist besetzt.
  • Maria oder Josef sind wir auch nicht. Wir gehören nicht zur heiligen Familie.
  • Dass wir auch keine Engel sind, dazu brauche ich wohl kein Wort verlieren.
  • Sind wir der Ochse und der Esel? Vielleicht sind wir manchmal so stur. Aber wer will schon ein Ochse oder Esel sein?
  • Die drei Weisen aus dem fernen Osten sind wir auch nicht.
    Dafür sind wir nicht klug genug.
  • Die Hirten. Ja. Die Hirten, das sind wir. Nicht gleich mittendrin. Erst mal mit einigem Abstand. Wir gehen unserer Arbeit nach. Wir haben unseren Alltag. Raue Gesellen. Nicht immer pfleglich. Jeder mit seiner Geschichte.

Was haben wir mit den Hirten gemeinsam?
Was könnten wir mit ihnen gemeinsam haben?

  1. Die Hirten hören Gottes Wort. Ein Engel sagt ihnen, was los ist, was in dieser Nacht passiert ist. „10 Habt keine Angst! Ich habe eine große Freude bekannt zu Habt keine Angst! Ich habe eine große Freudenbotschaft für euch und für das ganze Volk. 11 Heute ist euch der Retter geboren worden, in der Stadt Davids: Christus*, der Herr! 12 Und dies ist das Zeichen, an dem ihr ihn erkennt: Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden, das liegt in Windeln gewickelt in einer Futterkrippe.“

  2. Die Hirten hören genau zu.

  3. Die Hirten sind Eingeweihte.
    Jetzt wissen sie Bescheid. Sie wissen etwas von Gott, was er getan hat, dass der Retter Gottes geboren ist. Das wissen lange nicht alle Menschen. Sie aber sind jetzt eingeweiht.

Das haben wir schon mal alles gemeinsam mit den Hirten.
Wir haben auch Gottes Wort gehört, wir haben genau zugehört, wir wissen jetzt Bescheid.

4. Die Hirten sehen nach.
Sie haben Gottes Wort gehört und jetzt haben sie nichts Eiligeres zu tun, als nachzuprüfen, ob es auch stimmt. Sie laufen los und sehen nach. Der Engel hat ja nicht gesagt „Heute ist der Retter geboren. Das müsste ihr jetzt glauben.“ Sondern: „Da gibt es ein Zeichen, das müsst ihr euch ansehen. Das müsst ihr mit eigenen Augen gesehen haben. Bildet euch ein eigens Urteil. Es reicht nicht, wenn ihr den Retter nur vom Hörensagen kennt. Geht. Seht nach. Begegnet ihm selber.“

5. Die Hirten finden Jesus.
In Windeln gewickelt. Das ist das einzig wirklich wichtige zu Weihnachten, dass man Jesus findet. Dann bekommt man die wahre Weihnachtsfreude. Wer findet, muss vorher gesucht haben. Vielleicht haben sie ganz viele Ställe abgesucht, bis sie den Richtigen fanden. Das gelingt nicht immer beim ersten Anlauf. Aber das Zeichen war ja klar du als sie ihn dann fanden waren alle sofort ganz sicher: Das ist er: Gottes Retter für diese Welt.

Sie haben eben an der richtigen Stelle gesucht. Ein Futtertrog in einem Stall sollte es sein. Man muss an der richtigen Stelle suchen. Wenn man ein Buch kaufen will, geht man nicht zum Bäcker. Will man Kartoffeln kaufen, geht man nicht zur Tankstelle. Die Hirten mussten zur Krippe im Stall gehen. Da sollten sie Jesus finden.

Heute findet man Jesus natürlich nicht mehr darin. Logisch. Er ist groß geworden. Jesus hat laufen und sprechen gelernt. Ein Mann ist aus ihm geworden. Er hat gepredigt und Menschen geheilt. Er ist am Kreuz für die Schuld aller Menschen gestorben, und er ist auferstanden. In der Krippe kann er heute gar nicht mehr liegen. Logisch. Wo muss man ihn heute suchen?

Ich nenne mal nur zwei Orte, zwei Ställe oder Krippen, wo er sich heute finden lässt:
(1) Da wo andere Christen sind, da ist er zu finden. Jesus hat einmal gesagt, wo Menschen zusammen kommen, um sich mit ihm zu treffen, da ist er mitten unter ihnen.
(2) Wenn man betet, ist er zu finden. Wenn man seinen Namen im Gebet anruft. Da lässt er sich auch finden. Ich glaube, wenn man heute Jesus finden will, geht das besonders gut in der Gemeinschaft mit anderen Christen und beim Beten. – Wer ihn heute noch nur in der Krippe sucht, als kleines Baby, der findet ihn vielleicht gerade nicht.

Das haben wir alle mit den Hirten gemeinsam: Wir haben Gottes Wort gehört. Wir haben genau hingehört. Wir wissen Bescheid. Für alles andere muss man sich schon auf den Weg machen. Aus seinem Alltag mal heraus kommen. Seine Position wechseln: Aufstehen, losgehen, nachsehen, sich ein eigenes Bild machen und Jesus finden. Das geht nicht automatisch.

Ein Letztes gibt es aber noch:

6. Die Hirten sagen es weiter.
Sie gehen wieder zurück und loben Gott. Keine Ahnung, ob die singen konnten oder wie sie das gemacht haben. Und sie erzählen den Menschen, was sie wissen und jetzt selber gesehen haben.

7. Die Hirten waren total fröhlich.
Sie waren voll mit Freude. Ihre Freude hat das gemacht, dass sie Gott loben und preisen und es anderen Menschen erzählen wollten. Sie haben den Retter gefunden! Da konnten sie den Mund nicht halten.

Wir sind die Hirten. Und das wünsche ich uns allen, dass wir so richtig von Herzen froh sind über das, was Gott getan hat.

Amen.

 
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