Kolosser 1, 12-20 Ein Hoch auf Jesus Christus

mp3Predigt zum Anhören

Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Kassel-Möncheberg 31.03.2019,

Pastor Norbert Giebel

Kolosser 1, 15 – 20 „Ein Lied auf Christus!“                            

Liebe Gemeinde,

ich lese uns zunächst nur die ersten drei Verse des Predigttextes. Sie sind ein Auftakt, ein Präludium, eine Einleitung, die es in sich hat, in das dann Folgende:

12 Sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. 13 Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes, 14 in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden.

Gott hat uns „tüchtig gemacht“, übersetzt Luther, das Reich Gottes zu erben, das Gott in seinem Licht allen Menschen, die zu ihm gehören, bereitet hat. Gott hat uns dazu befähigt, er hat uns das Recht gegeben, Teil von ihm und seiner Herrschaft zu sein. Er allein hat uns auf seine Seite gestellt. Gott allein hat gehandelt. Er hat uns gerettet aus der Macht der Finsternis. Er hat uns in das Reich seines geliebten Sohnes versetzt. Er hat uns erlöst. Er hat uns alle unsere Sünden vergeben. Er hat uns ein neues Leben geschenkt. Das ist so wichtig! Dafür können wir ihm wirklich immer danken. Dass Gott gehandelt hat und dafür sorgen wird, dass wir zu ihm kommen, ist die Kraft, die Freude, der Grund unseres Glaubens.

Hast du manchmal Zweifel? Machst du dir manchmal Sorgen, dass du wirklich zu Gott gehörst? Denkst du manchmal, dass du es nicht wert bist? Gibst du dir ehrlich Mühe, zu leben wie es ihm gefällt, aber du schaffst es nicht? Zweifelst du darum manchmal, ob du wirklich zu Gott gehörst? Hast du noch so wenig vom Glauben verstanden? Dann ist es das Allererste und das Wichtigste, dass du das begreifst: Es liegt nicht an dir! Gott allein ist der Handelnde, wenn es um deine Beziehung zu Gott geht! Gott macht uns fähig, dass wir zu ihm gehören und dass wir bei ihm ankommen. Glaube an Jesus. In ihm hast du die Erlösung, den Freikauf von allen deinen Sünden. Es ist schon geschehen. Du musst dich nicht abrackern. Du bist schon am Ziel.

Natürlich will Gott, dass wir gerecht leben, dass wir jetzt schon ganz unter seiner Herrschaft leben, dass wir gehorchen. Aber seine Entscheidung für dich ist schon gefallen: Geh zu Jesus.   Bekenne deine Schuld. Weine dich aus. Er vergibt dir gerne. Er hilft dir auf zu einem neuen Leben. Jede Sünde ist eine Beleidigung Gottes. Spielt nicht mit der Sünde! Aber seine Liebe und Gnade, sie sind unendlich größer. Er hat alles getan, dass du ewig zu ihm gehörst!

Was kann man da anderes tun, als Gott dem Vater zu danken!? Wie kann man anders reagieren, wenn man das annimmt und nicht bei sich selber bleibt sondern zu Jesus geht, wie kann man anders reagieren, als sich zu freuen, aufzustehen und die große Freiheit der Kinder Gottes zu genießen!? Diese Zusage ist das Präludium zu dem, was Paulus dann schreibt. Paulus zitiert im Folgenden ein Lied. Die Kolosser werde es gekannt haben. Ein hymnisches Bekenntnis. Man erkennt es an einem klaren Aufbau und Rhythmus. Ich lese die Verse 15-20:

15 Er (Christus) ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 16 Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 17 Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. 18 Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei. 19 Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen 20 und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.

Was würdet ihr tun, wenn jemand euch bittet, Luft zu malen? Eine Aufgabe, die man nicht lösen kann, oder? Jeder weiß, was Luft ist. Wir brauchen sie zum Leben. Aber malen können wir sie nicht. Auch Luft mit Worten zu beschreiben, fällt schwer. Luft kann man nicht sehen. Luft lässt sich nicht begreifen.

Gott hat ein ähnliches Problem. Wie soll er Menschen zeigen, wer er ist? Man kann ihn nicht sehen. Man kann ihn nicht begreifen. Wir brauchen ihn zum Leben, mehr als wir denken! Aber wer könnte Gott zeichnen? Gott hat einen Weg gefunden. Er hat ein Foto von sich gemacht. Ein Selfie. Er hat sich selbst abgelichtet in seinem Sohn. Jesus ist das „Ebenbild des lebendigen Gottes“. Das heißt nicht, dass Jesus ihm äußerlich ähnlich ist. Das Wesen Gottes, wie er ist, wie er sich zu Menschen verhält, seinen Willen, den kann man in Jesus erkennen. Gott zeigt sein Herz in Jesus. In Jesus ist er sichtbar und greifbar geworden. Er hat ein Selfie von sich gemacht. Nicht so ein zufälliges Bildchen, kein albernes Bild, auch ein sehr ernstes Bild, aber absolut zuverlässig. Darauf kann man sich verlassen: Jesus ist Gottes Passbild.

Im Neuen Testament gibt es uralte Bekenntnisse der frühen Christen. Paulus zitiert sie in seinen Briefen. Im Griechischen merkt man, dass er zitiert: Die Sprache bekommt einen Rhythmus. Die Verse sind kunstvoll aufgebaut. Das Wörtchen „denn“ spielt immer eine Rolle. Damit wird begründet, warum Christus die Mitte unseres Glaubens ist: Durch das, was er getan hat. Alle alten Bekenntnisse sind Christusbekenntnisse.

Wenn Gott mit Jesus ein Foto von sich gemacht hat, dann ist dieser Kolosserhymnus (V15-20) ein Fotoalbum von Jesus Christus: In jeder Zeile ein neues Bild. In jedem Satz eine große Aussage. Diese Verse sind ein richtiges Fotoshooting von Jesus. Von allen Seiten wird er festgehalten, damit wir uns daran festhalten können.

Das Lied hat zwei Strophen. Beide beginnen mit „er ist“. Dann folgen begründende Sätze mit „denn“. Beide Strophen haben im Griechischen gleich viele Silben. Es kommen Worte vor, die Paulus sonst nie verwendet. Es ist nicht sein Text. Er zitiert. Er erinnert die Kolosser. Die Christen damals hatten keine Bibel zuhause, keine Kopien von einem Evangelium oder einem Paulusbrief. In Liedern haben sie ihren Glauben ausgedrückt. Sie waren ihr Bekenntnis. – Und mit Liedern haben sie ihren Glauben gestärkt.

Das erste Foto, die erste Bezeichnung Jesu lautet: Er ist das Ebenbild des Lebendigen Gottes.

An Jesus sehen wir, wie Gott mit Menschen umgeht. Einmal kam ein Aussätziger zu Jesus gelaufen. Er fällt vor ihm auf die Knie. Er bittet ihn und er traut es Jesus zu: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen.“ Jesus ist tief bewegt wie er immer wieder bewegt ist, wenn Menschen mit ihrem Leid mit ihrer Not zu ihm kommen. Jesus stumpft nicht ab, wenn es wieder andere sind, die hungern, die ihre Häuser verloren haben, die mit sich selbst nicht fertig werden. Es jammert ihn. Er leidet mit. Er will helfen. Jesus ist tief berührt von diesem kranken, einsamen Mann. Er streckt seine Hand aus und er berührt den Aussatzkranken und der wird geheilt. Niemand sonst hat Aussätzige berührt. Jesus hat damit gegen das Gesetz verstoßen. Aber der Mensch geht bei ihm vor. So geht Gott mit Menschen um! Gott stumpft nie ab! Gott berührt, er umarmt Menschen, die sonst niemand umarmt. Keiner ist ich zu krank, zu dreckig zu wundersam. Gott hat ein Herz für Menschen.

Einmal bringen fromme Juden eine Frau zu Jesus. Sie wurde beim Ehebruch ertappt. Was für ein Skandal! Und vielleicht nicht das erste Mal! Aber jetzt haben sie sie am Wickel. Da kommt sie nicht mehr raus. Jetzt haben sie sie und schleifen sie zu Jesus. „Sieh dir mal diese Frau an! Sie muss gesteinigt werden. Sie muss sterben. Sie muss die ganze Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Was sagst du dazu? Hältst du dich an das, von Mose gesagt hat?“ – Das war typisch, dass man die Männer laufen ließ. Die Frauen sind es, die verführen. Die Frauen sind die Bösen. Die Frauen wurden gesteinigt. Was tut Jesus?

Jesus setzt sich auf den Boden. Malt mit dem Finger im Sand. Er zieht alle Aufmerksamkeit auf sich und weg von der Frau. Und er sagt: „Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!“ Niemand kann sagen, dass er ohne Sünde ist. Niemand! Die stolzen Frommen ziehen ab.  Jesus verurteilt die Frau nicht. Er schenkt ihr ein neues Leben und sagt als Verheißung und als Forderung: „Geh hin und sündige nicht mehr!“ – So begegnet Gott den Menschen. Stolzen Frommen gibt er eine Abfuhr. Sünder, die zu ihm kommen, bekommen ein neues Leben.

Das zweite Foto von Jesus, die zweite große Aussage über ihn, ist vielleicht für uns eine Überraschung: Er ist der „Erstgeborene vor aller Schöpfung“.

Jesus ist schon vor aller Schöpfung da. Bei Gott. Jesus ist präexistent. Er selbst ist nicht geschaffen worden. Er gehört ganz auf Gottes Seite. Er ist Gott selbst. Alles ist in ihm geschaffen was im Himmel und auf Erden ist. Was wir sehen können, und auch, was wir nicht sehen können. Jesus ist nicht der Schöpfer. Alles Tun bleibt beim Vater. Aber durch ihn, mit ihm, auf ihn hin ist alles geschaffen. In der Theologie nennt man Jesus den Schöpfungsmittler.

Von Anfang an war durch Christus Gottes Gnade in der Schöpfung. Von Anfang an wurde alles geschaffen, um Christus zu ehren. In der Schöpfung können wir etwas von Gottes Gnade sehen. Vor allem Anfang schon sollte alles einmal in Christus vollendet werden. Jesus war keine spätere Idee von Gott! Er kannte die Menschen und das war sein Plan: „Ich werde durch Christus – mit ihm, in ihm – alles tun, um Menschen zu befähigen, bei mir im Licht zu wohnen!“

Dass Jesus etwas mit der Schöpfung zu tun hat, fehlt in fast allen Bekenntnissen. Die ersten Christen wussten das noch: Bei Johannes lesen wir: „Am Anfang war das Wort (damit ist Jesus gemeint) und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. (...) Alle Dinge sind durch dieses gemacht und ohne das Wort ist nichts gemacht. (...) Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn gemacht!“ (Joh 1, 1.3.10) – Im Hebräerbrief heißt es am Anfang: „Und er (Gott) hat zuletzt (letztgültig, absolut zuverlässig) geredet durch seinen Sohn, durch den er auch die Welt gemacht hat!“ (Heb 1,2)

Ich zeige uns noch ein drittes Foto. Ich nenne es: Jesus ist der Herr über alle Mächte!

Der Kolosserhymnus legt einen besonderen Ton darauf, dass auch alle sichtbaren und unsichtbaren Mächte durch Jesus geschaffen sind: „Es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen!“ (V16 Teil2) Besonders betont wird, dass Jesus der Herr ist über alle unsichtbaren Mächte. In Kapitel 2 nimmt Paulus das noch einmal auf. Da schreibt er: „Er (Christus) hat den Mächten und Gewalten ihrer Macht ausgezogen. Er hat sie öffentlich zur Schau gestellt. Er hat sie in einem Triumphzug hinter sich her geführt.“ (2,15; eigene Übersetzung)

Auch Engel gehören dazu. Ebenso wie böse Geister, okkulte Kräfte, Geisteskräfte, die man in der Natur vermutet. In Kolossä gab es Christen, die meinten, dass man neben Jesus auch Engel verehren müsse. Auch mit anderen unsichtbaren Mächten über Jesus hinaus müsse man rechnen. Jesus ist der Herr, ja. Aber es könne nicht schaden, sich auch um andere Mächte zu kümmern, dass sie einem wohl gesinnt sind. Auch denen muss man Ehre erweisen.

Mit dieser Irrlehre räumt Paulus im 2. Kapitel des Briefes auf: „Lasst euch von niemandem den Siegespreis nehmen“, den Gott euch garantiert hat! schreibt er da. Wörtlich: „Lasst euch von niemandem den Siegespreis nehmen, der sich im Dienst und in der Verehrung von Engeln gefällt!“ (Kol 2,18) Paulus schreibt über diese Engelverehrer, dass sie den „Schein von Weisheit“ vor sich her tragen. (2,23) Sie meinen mehr zu wissen, als die anderen. Sie wollen etwas Besonderes sein durch besonderes Wissen. Paulus nennt es eine „selbst gewählte Frömmigkeit“. (2,23) Sie würden nichts dadurch befriedigen, als ihr Fleisch, als ihre menschlichen Bedürfnisse. Christus genügt. Mehr noch: Christus will genügen! Niemand anderem sollen wir dienen. Niemand anderen brauchen wir gut auf uns stimmen. Ja, wer auf andere Mächte vertraut, der gibt seinen Siegespreis ab, den Gott ihm doch schon garantiert hatte.

Okkultismus, mit unsichtbaren Geistern und Kräften zu rechnen, ihnen neben Jesus auch zu dienen, das ist keine Irrlehre, keine Gefahr nur der ersten Christen. Das geschieht heute noch. Menschen, die im Okkultismus gefangen sind. Wer sich diesen Mächten aussetzt, der gibt ihnen Macht, der wird von ihnen abhängig und kann den Siegespreis verlieren, den Gott doch schon geschaffen hat.

(1) Jesus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes.
(2) Jesus ist der Erstgeborene vor aller Schöpfung.
(3) Jesus ist der Herr über alle Mächte.

(4) Und, viertens, er ist das Haupt des Leibes, nämlicher Gemeinde

Jesus, der Auferstandene, er hat ein ähnliches Problem wie die Luft oder wie Gott selbst. Jesus ist heute nicht mehr einfach sichtbar und greifbar. Wir finden ihn klar bezeugt im Neuen Testament, im Zeugnis seiner Jünger. Menschen, die beten, die ihn suchen, die vielleicht einen Gottesdienst besuchen, können ihm begegnen. Er kann sich Menschen durch seinen Geist bezeugen. Menschen erleben ihn, erfahren ihn, werden von ihm geführt, obwohl er nicht sichtbar ist. Aber er will sichtbar werden durch seinen Leib; und das ist die Gemeinde der Glaubenden.

Nicht eine Institution, sondern das Miteinander von Menschen, die glauben. In ihrem Zusammenspiel, wie sie miteinander umgehen, wie sie sich in der Welt verhalten, wie sie Salz und Licht der Welt sind, darin will Jesus sichtbar werden. Das gelingt nur bruchstückhaft. Nie vollkommen. Aber durch seine Gemeinde will Jesus in dieser Welt aktiv sein. Durch die Gemeinde will er mitmischen in dieser Welt. Seine Gemeinde soll der Welt eine Ahnung vom Himmel geben. Die Gemeinde der Glaubenden ist der Leib dessen, der selbst das Ebenbild Gottes ist.    Wahnsinn! Oder?

Gemeinde ist kein Ort wo man hingeht und wieder weggeht. Gemeinde ist kein Bäcker, wo man nur sein Brot kauft. Menschen, für die Gemeinde nur ein Bäcker ist, die können sich jeden Sonntag ihr Brot woanders kaufen. Sie haben ja keine Beziehung. Gemeinde ist kein Theater oder Kino oder Konzert, das man besucht und dann wieder nach Hause geht. Gemeinde Jesu ist überhaupt kein Ort! Aber sie kann sich an einem Ort versammeln. Gemeinde Jesu, das sind Menschen, die er berufen und miteinander verbunden hat zu seinem Leib! Kein Verein, wo man Mitglied auf dem Papier ist. Sondern ein lebendiges Miteinander von Menschen, die Jesus gehören, die sich ergänzen, die sich gegenseitig tragen und gemeinsam dienen.

Entweder ist man ein Teil von diesem gelebten Miteinander, oder man ist nicht Teil der Gemeinde. Glasaugen, Prothesen, die dritten Zähne, die kann man in den Leib einsetzten und wieder herausnehmen. Die sind ja nicht verbunden mit dem Körper. Glasaugen, Prothesen, dritte Zähne kann man für Monate oder Jahre in eine Schublade legen. Die sind ja nicht Glied, Körperteil der Gemeinde, nicht mit ihr verbunden.

Zwei Frauen wollen Mitglieder in unserer Gemeinde werden. Ich habe mich schon zwei Mal mit ihnen getroffen. Die eine heißt Nathaly, 40 plus, die andere heißt Antonia, 20 plus. Beide kommen seit unterschiedlicher Zeit in unsere Gemeinde. Beide erkennen in ihrer Säuglingstaufe ihre Taufe. Das ist mir aber jetzt im Moment gar nicht wichtig. Beide haben gesagt, sie wollen ein Teil von uns sein. Es geht ihnen nicht um eine Mitgliedschaft auf dem Papier. Eine der beiden sagte „Ich will auch Verantwortung übernehmen, mit entscheiden, mit prägen.“ Sie wollen eingegliedert werden in das menschliche und geistliche Miteinander unserer Gemeinde.

Gemeindemitgliedschaft ist nichts Formales. Das ist etwas Leidenschaftliches. Etwas hoch Verbindliches. Man ist Teil des Leibes Jesu, wie er sich an einem Ort in einer Gemeinschaft zeigen will. Oder man ist es eben nicht. Eine Mitgliedschaft nur auf dem Papier, die gibt es gar nicht. So sind alle Freikirchen angetreten, Mennoniten, Methodisten, Baptisten, Pfingstler: Wir sind eine lebendige Gemeinschaft von Glaubenden. Kein Verein, zu dem man auf dem Papier gehören kann. Wir sind eine Konkretion des Leibes Jesu.

Ein letztes Bild von den Bildern aus diesem Bekenntnis nenne ich nur noch: Jesus ist der Erstgeborene von den Toten. Ihm werden alle ins ewige Leben folgen, die ihm glauben. Das ist die gute Nachricht von Ostern.

Der Hymnus schließt wieder mit einem Hinweis auf Gott.
„Denn es hat Gott gefallen, in ihm alle Fülle wohnen zu lassen und durch ihn alles mit sich zu versöhnen (...)“

Zwei Dinge haben Gott gefallen: 1. Alle Fülle, alles, was Gott ausmacht, in Jesus wohnen zu lassen. 2. Sich mit allen Menschen zu versöhnen. Das gefällt Gott! Das mag er! Das will er! Damit bin ich wieder am Anfang angekommen:

Hast du manchmal Zweifel? Machst du dir Sorgen, ob du wirklich zu Gott gehörst? Denkst du manchmal „Ich bin es nicht wert!“? Hast du einfach zu viel in deinem Leben falsch gemacht? Dann sollst du wissen, was Gott gefällt, was er liebt, was er will: Er will seine ganze Fülle in Jesus wohnen lassen und er will vergeben! Er hat sich selbst versöhnt. Da ist nichts mehr zwischen euch, nicht mehr gegen dich, wenn du dich mit ihm versöhnen lassen willst. Er liebt das! Stolzen Frommen, die andere verurteilen, gibt er eine Abfuhr. Menschen, die mit ihren Sünden kommen, die nimmt er in den Arm.

Darum hört nicht auf Gott fröhlich zu danken:
Euer Siegespreis liegt schon im Himmel.
Er allein hat ihn für euch gewonnen.
Er allein wird euch dorthin bringen.

Amen.

Profitiert habe ich von den Predigten im Internet von Dr. med. Eckhard Piegsa vom 14.02.2008 und von Thomas Arhelger (FeG) vom 09.05.2010.

 
Zum Anfang