1 Kor 14, 1-12 u.a. Worauf es beim Gottesdienst ankommt

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Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Kassel-Möncheberg
Pastor Norbert Giebel, 19.05.2019

1. Kor 14, 1-12.18-20.23-31
Worauf es beim Gottesdienst ankommt

Liebe Gemeinde,

Skatspielen hat mit Gottesdienst nichts zu tun. Dennoch gibt es eine ganz kleine Verbindung zwischen dem Skatspielen und dem Gottesdienst. Jedes, wirklich jedes Skatspiel beginnt mit dem Reizen. Dann sagt einer 18, 20, zwei, drei ... Und das ist die Verbindung zum Gottesdienst. Jeder wirklich jeder Gottesdienst beginnt mit diesen Zahlen: Matthäus 18, 20: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!“ Das ist die Basis, die Verheißung für jeden Gottesdienst. Und das macht jeden Gottesdienst aus: Da kommen Menschen in Jesu Namen zusammen, d.h. sie versammeln sich vor ihm, unter ihm, in seiner Gnade und unter seiner Herrschaft, und er ist da, er ist dabei, er kommt dazu, um uns zu dienen.

Und das können zwei oder drei Menschen sein. Theologisch, biblisch ist auch ein Kreis von Menschen, die sich zuhause treffen, in der Bibel lesen, reden, beten, füreinander da sind und, nach Gottes Willen fragen ein Gottesdienst. Jesus will uns im Gottesdienst dienen. Das ist der evangelische Gottesdienst. Nicht wir dienen ihm, sondern er dient uns. ER will zu den Menschen kommen, sie sehen, durchschauen, ansprechen, rufen, trösten, ermahnen. Darum kommen wir zusammen.

Und dazu gebraucht er Menschen in jedem Gottesdienst. Menschen, die er begabt hat, durch die er wirken kann. Gott will seine Bewegung zu den Menschen im Gottesdienst fortsetzen. Wer aus dem Gottesdienst herausgeht, egal ob aus einem großen Gottesdienst mit 1000 Leuten oder aus einem kleinen mit 5 Personen, der soll Jesus begegnet sein.

Eine Ordnung für Gottesdienste gibt es im Neuen Testament nicht. Wir haben ganz viel Freiheit und eine hohe Verantwortung, Gottesdienste so zu gestalten, dass Jesus sichtbar wird, dass Menschen hören, was er ihnen zu sagen hat. Die ersten Gottesdienste fanden immer abends statt, immer mit Abendmahl, mit einer richtigen Mahlzeit, oder ganz früh, noch vor dem Sonnenaufgang, damit Sklaven daran teilnehmen konnten, auch dann aber immer mit Abendmahl. Schon die Uhrzeit also, wann ein Gottesdienst beginnt, gehört in unsere Verantwortung und kann eine geistliche Frage sein.

Über die Gottesdienste einer ganz frühen Gemeinde aber erfahren wir viel. Paulus schreibt den Christen in Korinth einiges zu ihren Gottesdiensten. Ich lese und ziemlich viele Verse aus 1. Korinther 14:

1 Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber darum, dass ihr prophetisch redet! 2 Denn wer in Zungen redet, der redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; denn niemand versteht ihn: im Geist redet er Geheimnisse. 3 Wer aber prophetisch redet, der redet zu Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung. 4 Wer in Zungen redet, der erbaut sich selbst; wer aber prophetisch redet, der erbaut die Gemeinde. 5 Ich möchte, dass ihr alle in Zungen reden könnt; aber noch viel mehr, dass ihr prophetisch redet. Denn wer prophetisch redet, ist größer als der, der in Zungen redet; es sei denn, er legt es auch aus, auf dass die Gemeinde erbaut werde. 6 Nun aber, Brüder und Schwestern, wenn ich zu euch käme und redete in Zungen, was würde ich euch nützen, wenn ich nicht mit euch redete in Worten der Offenbarung oder der Erkenntnis oder der Prophetie oder der Lehre? 7 So verhält es sich auch mit leblosen Instrumenten, es sei eine Flöte oder eine Harfe: Wenn sie nicht unterschiedliche Töne von sich geben, wie kann man erkennen, was auf der Flöte oder auf der Harfe gespielt wird? 8 Und wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zur Schlacht rüsten? 9 So auch ihr: Wenn ihr in Zungen redet und nicht mit deutlichen Worten, wie kann man wissen, was gemeint ist? Ihr werdet in den Wind reden. 10 Es gibt vielerlei Sprachen in der Welt, und nichts ist ohne Sprache. 11 Wenn ich nun die Bedeutung der Sprache nicht kenne, werde ich ein Fremder sein für den, der redet, und der redet, wird für mich ein Fremder sein. 12 So auch ihr: Da ihr euch bemüht um die Gaben des Geistes, so trachtet danach, dass ihr sie im Überfluss habt und so die Gemeinde erbaut.

18 Ich danke Gott, dass ich mehr in Zungen rede als ihr alle. 19 Aber ich will in der Gemeinde lieber fünf Worte reden mit meinem Verstand, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in Zungen. 20 Liebe Brüder und Schwestern, seid nicht Kinder, wenn es ums Verstehen geht; sondern seid Kinder, wenn es um Bosheit geht; im Verstehen aber seid erwachsen.

23 Wenn nun die ganze Gemeinde an einem Ort zusammenkäme und alle redeten in Zungen, es kämen aber Unkundige oder Ungläubige hinein, würden sie nicht sagen, ihr seid von Sinnen? 24 Wenn aber alle prophetisch redeten und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger hinein, der würde von allen überführt und von allen gerichtet; 25 was in seinem Herzen verborgen ist, würde offenbar, und so würde er niederfallen auf sein Angesicht, Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig unter euch ist. 26 Wie ist es nun, Brüder und Schwestern? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung! 27 Wenn jemand in Zungen redet, so seien es zwei oder höchstens drei und einer nach dem andern; und einer lege es aus. 28 Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde und rede für sich selber und für Gott. 29 Auch von den Propheten lasst zwei oder drei reden, und die andern lasst darüber urteilen. 30 Wenn aber einem andern, der dabeisitzt, eine Offenbarung zuteilwird, so schweige der Erste. 31 Ihr könnt alle prophetisch reden, doch einer nach dem andern, damit alle lernen und alle ermahnt werden.

Das ist schon ein ganz anderer Gottesdienst als wir ihn kennen, der uns hier geschildert wird. Auch die Fragen damals sind nicht mehr alle unsere Fragen. Dennoch ist hier Wichtiges, Grundlegendes gesagt.

  1. 1.Die Liebe Gottes und untereinander soll sich auch im Gottesdienst zeigen.

Damit beginnt Paulus seine Ausführungen zum Gottesdienst. Im Kapitel vorher hat er auf eine große wunderbare Weise im Hohelied der Liebe Gottes Liebe beschrieben. Nun schreibt er, wie sie sich im Gottesdienst zeigen soll.

  1. 2.Alle sollen nach den Gaben des Geistes streben.

Das ist sein zweiter Satz. Jesus will uns dienen und dazu braucht er uns. Es gibt nicht nur einen, der etwas zu sagen hat. Gottesdienst ist keine One- oder Two-Men-Show. Kein Theater mit Zuschauern, keine Vorführung. Gottesdienst ist ein lebendiges, dynamisches Miteinander. Im Gottesdienst erlebt die Gemeinde sich als ein Leib, in dem jede und jeder wichtig ist. Sowohl mit seinen Fragen, seinem Ergehen, mit dem, was sein Leben ausmacht, als auch mit dem, was Gott ihm für alle gegeben hat, was er oder sie einbringt.

Gottesdienst ist die Vollversammlung der Gemeinde. Jeder denkt mit, betet mit, ist ganz wach dabei. Niemand sitzt nur als Zuschauer da. Jeder kann oder soll sich fragen: Womit kann ich dienen? Wo kann Gott mich gebrauchen? Was habe ich beizutragen? Hat er mir etwas für alle gezeigt, mir etwas aufs Herz gelegt? Die Gottesdienste in Korinth waren sehr vielgestaltig: Da gab es Offenbarungen. Worte, Eindrücke, Bilder vielleicht, die Gott einem schenkt, die aber für alle gedacht sind.

Da gab es Worte der Erkenntnis, die geholfen haben, Aspekte oder Zusammenhänge des Glaubens zu verstehen. Da gab es Worte der Weisheit. Weisheit in der Bibel ist immer etwas sehr Praktisches. Hilfen, Lösungen für Lebensfragen Einzelner oder der ganzen Gemeinde. Menschen haben einen Psalm mitgebracht. Einen alten Psalm oder ein neues Lied, das sie vorgetragen haben. Es gab Prophetie und Zungenrede. – Darauf komme ich gleich noch zu sprechen.  

  1. 3.Gottesdienste waren ein lebendiges Miteinander
  2. 4.Im Gottesdienst zeigt sich, wie Gemeinde sich versteht.

Im 11. Kapitel kritisiert Paulus die Abendmahlsfeiern scharf. Auch die Gottesdienste in Korinth fanden abends statt. Man begann mit dem gemeinsamen Essen und Abendmahl.
Auch das war schon Gottesdienst. Die Reichen in Korinth aber brachten tolle Speisen mit und fingen schon an zu essen als die Armen noch gar nicht da waren. Besonders Sklaven mussten lange arbeiten. Sie konnten sich dann über die Reste hermachen. Paulus kritisiert das scharf: Das entspricht nicht dem Leib Jesu, der Einheit der Gemeinde. Da ist Rücksicht gefragt. Da wartet man aufeinander. Da gibt es nicht Mann und Frau oder Sklave und Freier (vgl. Gal 3,28) Beim Gottesdienst merkt man, wie sich eine Gemeinde versteht.

Zwei Ergänzungen sind wir noch wichtig:

Erstens: Gottesdienst ist die Vollversammlung der Gemeinde und wer damals die Gottesdienste verlassen hat, also nicht mehr gekommen ist, der hat die Gemeinde verlassen. Es gab keine Gemeindeverzeichnisse. Es gab keine Mitglieder, die der Gemeinde fern blieben. Solche sind keine „Mit-Glieder“ mehr am lebendigen Leib Jesu. Wer sich aus dem lebendigen Miteinander von Gemeinde ausklingt, ist kein Mit-Glied mehr. Im Hebräerbrief lesen wir mit großem Bedauern geschrieben, dass einige die Versammlungen verließen. Gemeint ist, dass sie die Gemeinde verließen. (Hebr 10,25)

Zweitens: Unsere Gottesdienste am Sonntagmorgen reichen nicht aus, um diese geistliche Wirklichkeit zu erleben, die wir hier in Korinth sehen. Natürlich kann man auch für unsere Gottesdienste fragen, wer sich noch einbringen kann, wie man das machen kann, das Menschen zu Wort kommen, denen Gott etwas für alle aufs Herz gelegt hat. Aber dazu brauchen wir auch andere Mitgliederversammlungen, Gemeindeforen und kleine Gruppen. Hausgottesdienste, Hauskreise, Bibelkreise, bei denen es um Gottes Wort und um die Menschen geht, die da im Kreis sitzen.

Ich würde Paulus Worte ergänzen: 1. Strebt nach der Liebe! 2. Strebt nach den Gaben des Geistes! 3. Strebt nach Räumen, in denen Gott Menschen für andere Menschen gebrauchen kann. Ich glaube, wenn jemand sich auf die Sonntagsvormittage als Gottesdienst beschränkt, schneidet er sich etwas ab, was Gott ihm schenken will, womit Gottes Geist ihn durch andere beschenken will. Auch in der Apostelgeschichte heißt es, dass die Christen sich im Tempel und in den Häusern trafen. Da gibt es den öffentlichen Gottesdien und den privaten, wo Christen sich kennen, sich tragen und ergänzen. Das ist kein Luxus. Das ist lebendiges Gemeindeleben.

  1. 5.Wer in Zungen betet, erbaut sich selbst.

Zwei Gaben haben in Korinth offensichtlich konkurriert: Die Zungenrede und die Prophetie. Was ist Zungenrede? Man sagt auch dazu „in Sprachen reden“. Aus dem Griechischen kommt die Bezeichnung Glossolalie. Ohne Zunge kann niemand sprechen. Darum werden verschiedene Sprachen auch Zungen genannt. Im Griechischen ist es dasselbe Wort, Zunge und Sprache. Man spricht in aramäischer Zunge oder griechischer Zunge.

Zu Pfingsten haben die Apostel in den verschiedensten Zungen gesprochen. Menschen aus den verschiedensten Ländern haben verstanden, was sie sagten. Das scheinen also richtige Sprachen gewesen zu sein, die die Apostel sprechen, obwohl sie diese nie gelernt haben.
(Alternativ könnte es auch sein, dass die Apostel in normaler unverständlicher Zungensprache geredet haben, es aber alle in ihrer Sprache verstanden haben. dann wäre es ein Hörwunder, ein Verstehens-oder Übersetzungs-Wunder gewesen.)

Im Neuen Testament aber werden normale menschliche Sprachen von himmlischen Sprachen unterschieden. Das ist auch hier 1. Korinther 14 gemeint. Gemeint ist damit eine Sprache, die man nicht lernen kann, die nicht von Menschen gemacht ist, sondern eine Sprache die Gott Christen schenken kann.

Beim Zungengebet betet die Seele. Man spricht Silben aus, die einem Gott schenkt, mit denen man ihm sein Innerstes ausdrücken kann. Es klingt vielleicht wie eine Fremdsprache, aber der Beter selbst versteht seine Worte nicht. Da kommuniziert jemand mit Gott in einer Sprache, die in keinem Land der Welt gesprochen wird. Und jeder, der diese Gabe hat, hat seine eigene Sprache. Ich kenne etliche, die diese Gabe haben, auch einige wenige aus unserer Gemeinde. Bei jedem klingt es wieder anders. Paulus schätzt diese Gabe sehr. Er selbst betet viel und gerne in Zungen. Aber in Gottesdienst hat diese Gabe wenig zu suchen oder hat zumindest eine sehr nachgeordnete Funktion.

Gottesdienst ist dazu da, dass Gott zu den Menschen kommt, dass er ihnen dienen kann. Dazu dient das Sprachengebet nicht! Niemand kann mitbeten, niemand wird dadurch getröstet, niemand lernt etwas, niemand wächst in seinem Glauben. Im Gottesdienst soll nach Paulus nur in Zungen gebetet werden, wenn jemand das Sprachengebet erklärt und wenn es einen Sinn, einen Inhalt für alle hat. Es soll jemand da sein mit der Gabe der Übersetzung könnte man sagen.

Paulus bringt auch Gäste mit ins Spiel. Sie werden sich wundern, werden befremdet sein, wenn alle Zungen reden. Und sie haben nichts davon. Vielleicht staunen sie auch, sehen etwas von Gott darin, aber es führt sie nicht zur Umkehr, es hilft ihnen nicht, sich selber zu erkennen und Gottes Gnade zu erkennen. Wer in Zungen redet spricht zu Gott, schreibt Paulus, aber nicht zu den Menschen. Er erbaut sich selbst. Das kann er gut euch zuhause tun. – Im Gottesdienst geht es nicht darum, dass Menschen zeigen, was sie für tolle Gaben haben.

  1. 6.Gottesdienste sollen verständlich sein.

Paulus vergleicht die Zungenrede mit einem Instrument, das immer nur denselben Ton von sich gibt. Eine Flöte oder eine Harfe die nur einen Ton spielt. Das versteht keiner. Was wäre das für ein Signalhorn, auf dem einer herumtutet aber niemanden dadurch weckt? „Im Verstehen seid keine Kinder!“, schreibt Paulus. Glaube und Verstand sind keine Gegensätze. Zuhören, kritisch zuhören, prüfen, in der Erkenntnis wachsen, offen zu sein, was Gott einen lehren will, das wird von jedem Gottesdienstbesucher erwartet. Darum: Schaltet den Verstand ein, wenn ihr Gottesdienste feiert.

Gottesdienste sollen verständlich sein. Das ist eine für alle Zeit grundlegende Forderung. Darauf muss man in der Sprache achten, für Gäste Fremdes erklären, auch die Technik spielt da eine große, eine geistliche Rolle. Ich kenne einen Ältesten, der hat vor 20 Jahren unser Liederbuch durchgesehen und etliche Lieder gestrichen, gesagt, dass man das heute nicht mehr singen könne: „Auf dem Lamm ruht meine Seele“ Da braucht man viel Zeit, um das Menschen, die sich in der Bibel nicht auskennen, verständlich zu machen. Oder die Liedzeile „Lobe mit Abrahams Samen“! Ich habe erlebt, wie sich junge Männer kaum halten konnten vor Lachen.

  1. 7.Jeder achte darauf, dass er die anderen erbaue.

Erbauen heißt auch Trösten, umfassend aber bedeutet es, dass jeder weiter gebaut wird als ein lebendiger Stein im Haus Gottes (1. Petrus 2). Erbauen heißt, Gottes Gnade und Herrschaft im anderen größer machen. So zu reden, dass es ankommt. Sich nicht selbst darstellen. Keine billigen Witze machen oder Geschichten erzählen, die keinem helfen, wo der Sprecher nur für sich etwas gewinnen will.

  1. 8.Prophetie ist die wichtigste Gabe im Gottesdienst

Prophetie in der Bibel ist nicht zuerst Zukunftsansage. Auch die Propheten im Alten Testament haben in ihre Zeit gesprochen. Sie haben direkt in das Leben und in die Gottesdienste ihrer Zeit geredet. Haben Missstände aufgedeckt. Sie haben Gottes lebendiges Wort in aktuelle Situationen hinein gesprochen. Das ist das Zentrum von Prophetie. Gottes lebendiges Wort heute. Paulus sagt: „Wer prophetisch redet, der redet zu Menschen, um sie aufzubauen, zu ermahnen und zu trösten.“ (Vgl. V3)

Jeder Prediger ringt vermutlich darum. Er ringt darum, dass Gott aktuell zu den Menschen redet, zu denen er spricht. Er liest die Bibel, forscht in den Texten, mit der Frage, was Gott uns heute durch diese Texte zu sagen hat. Jeder, der predigt, ringt und betet um eine prophetische Dimension seiner Rede.

Prophetie öffnet Menschen die Augen. Über sich selbst. Über Gott. Über das Leben. Über Zustände in der Gemeinde oder der Gesellschaft. Prophetie ist verständlich. Das ist ihr großer Vorteil gegenüber der Zungenrede. Wer prophetisch redet, gibt Orientierung, fordert heraus, begeistert. Da merken Menschen: Ich bin gemeint! Paulus würde lieber fünf prophetische Worte im Gottesdienst reden als zehntausend in Zungen.

Prophetie ist mehr oder weniger nichts anderes als Gottes Wort selbst, das Wort, das Menschen unmittelbar anspricht, das Menschen zu Herzen geht. Das kann in einer Predigt geschehen, aber auch in einzelnen Beiträgen verschiedener Personen, was Paulus hier vor Augen hat. (propheteuein ist eines der Worte, das im neuen Testament das Predigen bezeichnet.)

Worum ging es mir heute?

  1. Gottesdienst beginnt, wo zwei oder drei im Namen Jesu zusammenkommen.
    (Matthäus achtzehn, zwanzig)

  2. Jesus will uns im Gottesdienst dienen.

  3. Gottes Geist begabt Menschen, um durch sie zu wirken.

  4. Gottesdienste sollen von der Liebe Gottes geprägt sein. Der Liebe untereinander und
    der Liebe zu denen, die Jesus noch nicht kennen.

  5. Der Gottesdienst zeigt, wie wir Gemeinde verstehen. Sie sind bunt, vielgestaltig, so bunt wie Gott die Gemeinde zusammengerufen hat.

  6. Gottesdienste sind verständlich. Sie sprechen auch den Verstand an. Sie sind zeitgemäß, d.h. den Menschen, die Gott heute erreichen will, in Form, Sprache, Uhrzeit angemessen.

  7. Im Gottesdienst kommen wir zusammen zu Jesus und wir ringen darum, was er uns heute zu sagen hat. An Trost, an Ermahnung und uns zur Erbauung.

Amen

 
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